
Hundeausstellung Dortmund - Was bedeutet es für den Dackel
Hundeausstellung Dortmund 2026: Strenge Gesundheitsauflagen und überraschende Dackelmeldungen

Die Hundeausstellung Dortmund 2026 sorgt bereits vor dem ersten Bewertungstag für Diskussionen. Für die Messe „Hund & Pferd“ hat das Veterinäramt der Stadt Dortmund weitreichende Gesundheitsnachweise vorgeschrieben. Besonders bei den Dackeln stellt sich deshalb die Frage, wie viele Hunde diese Bedingungen überhaupt erfüllen können.
Die aktuelle Meldestatistik liefert eine erste Antwort: Für die Agria Trophy Show sind 20 Dackel gemeldet, für die Bundessieger-Ausstellung 27. Trotz der strengen Anforderungen bleibt die Rasse damit in beiden Wettbewerben vertreten. Das macht dieses Ausstellungswochenende auch für Dackelfreunde interessant, die selbst keinen Hund vorstellen.

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Mein Dackel Paul war zunächst auch ein erfolgreicher Hund auf Ausstellungen, dann wurde aber klar, dass er deutliche Qualzuchtmerkmale aufweist wie HD und PRA und durfte natürlich nicht mehr teilnehmen.
Agria Trophy Show und Bundessieger-Ausstellung in Dortmund
Vom 6. bis 8. November 2026 findet die „Hund & Pferd“ in den Dortmunder Westfalenhallen statt. Zum Wochenende gehören zwei eigenständige Wettbewerbe: die Agria Trophy Show und die Bundessieger-Ausstellung. (hund-und-pferd.de)
Die Dackel werden bei der Agria Trophy Show am Freitag, dem 6. November, bewertet. Bei der Bundessieger-Ausstellung treten sie am Sonntag, dem 8. November, an. Es geht bei diesem Novembertermin also um die Bundessieger-Ausstellung, nicht um die Europasieger-Ausstellung. (hund-und-pferd.de)
Wer ist für die strengen Auflagen verantwortlich?
Die konkreten Anforderungen stammen vom Veterinäramt der Stadt Dortmund. Am 4. September 2026 stellte die Stadt der VDH Service GmbH eine tierschutzrechtliche Ordnungsverfügung für die Veranstaltung zu.
Grundlage ist das Ausstellungsverbot nach § 10 der Tierschutz-Hundeverordnung. Die verwendeten Merkmalskataloge beruhen nach Darstellung des VDH auf Leitlinien einer Projektgruppe der Arbeitsgruppe Tierschutz der Länderarbeitsgemeinschaft Verbraucherschutz. Die Stadt hat das bundesweite Ausstellungsverbot somit nicht erfunden. Sie legt mit ihrer Verfügung fest, wie es bei dieser Veranstaltung umgesetzt werden soll. (vdh.de)
Für die Aussteller bedeutet das zusätzliche Gesundheitsnachweise, abhängig von Rasse und Merkmal. Daneben werden äußerlich erkennbare Ausschlussmerkmale vor Ort überprüft. Auch mit eingereichten Unterlagen kann ein Hund deshalb bei der Kontrolle noch ausgeschlossen werden. (hund-und-pferd.de)
Der VDH setzt die Vorgaben um und widerspricht öffentlich
Dass der VDH die Unterlagen im Meldeverfahren verlangt, bedeutet nicht, dass er sämtliche Auflagen unterstützt. Der Verband hat seine Kritik in mehreren öffentlichen Veröffentlichungen deutlich gemacht.
In seiner Stellungnahme zur „Hund & Pferd 2026“ erklärt der VDH, dass die Vorgaben seiner Rechtsauffassung widersprechen. Er verweist auf zwei bereits im Zusammenhang mit der Dogs & Fun 2026 eingereichte Klagen beim Verwaltungsgericht Gelsenkirchen. Die Umsetzung der Auflagen für das Novemberwochenende sei keine Anerkennung ihrer Rechtmäßigkeit.
Zu seinen fachlichen Kritikpunkten gehören der Ausschluss mischerbiger Träger rezessiver Erkrankungen und geforderte Gentests auf Erkrankungen, die nach seiner Darstellung in den betreffenden Rassen nicht vorkommen. Diese allgemeinen Einwände dürfen allerdings nicht pauschal auf die besondere Vererbung von CDDY übertragen werden. (vdh.de)
In seiner Mitteilung zur Öffnung des Meldeportals spricht der Verband außerdem die Belastung durch Untersuchungen an. Je nach Rasse reichen die geforderten Nachweise bis zu Untersuchungen in Narkose und Biopsien. Der VDH rät ausdrücklich davon ab, einen Hund ohne medizinischen Anlass allein für eine Ausstellungsteilnahme invasiven und belastenden Untersuchungen zu unterziehen. Wären solche Eingriffe ausschließlich für die Teilnahme notwendig, empfiehlt er den Verzicht auf die Anmeldung. (vdh.de)
Auch in seinen grundsätzlichen Veröffentlichungen zur Tierschutz-Hundeverordnung befürwortet der VDH den Ausschluss von Hunden mit erblichen Krankheitsmerkmalen. Seine Kritik richtet sich gegen eine aus seiner Sicht unverhältnismäßige Umsetzung durch einzelne Behörden. (tierschutz.vdh.de)
Die Diskussion betrifft damit zwei wichtige Fragen: Wie aussagekräftig sind die verlangten Nachweise, und welche Belastung eines Hundes ist für eine Veranstaltungsteilnahme vertretbar?
Welche Bedingungen gelten für Dackel?
Welche Bedingungen gelten für Dackel auf der Bundessiegershow 2026?
Bei den Dackeln steht die Rückengesundheit im Mittelpunkt. Nach den aktuell veröffentlichten Teilnahmebedingungen ist eine tierärztliche Bescheinigung über eine Röntgenuntersuchung der Wirbelsäule erforderlich, bei der keine Bandscheibenverkalkungen radiologisch sichtbar sind.
Alternativ wird ein CDDY-Gentest akzeptiert. Auf diesem Nachweisweg sind Hunde mit einer oder zwei Kopien der betreffenden Variante ausgeschlossen. Erforderlich ist somit ein Ergebnis N/N. Anstelle eines eigenen Gentests kann auch ein Abstammungsnachweis eingereicht werden, der belegt, dass beide Eltern hinsichtlich dieser Variante reinerbig frei sind.
Die entscheidende Unterscheidung lautet deshalb: Für diesen Teil der Teilnahmebedingungen muss ein Dackel nicht gleichzeitig K0 und CDDY N/N nachweisen. Es handelt sich um alternative Nachweiswege. Für Tigerdackel gelten zusätzliche Anforderungen hinsichtlich Merle; die allgemeinen Ausschlussmerkmale bleiben ebenfalls zu beachten. (hund-und-pferd.de)
Was K0 und CDDY N/N tatsächlich bedeuten
Was K0 und CDDY N/N für den Dackel und die Dackelgesundheit tatsächlich bedeuten
K0 bezeichnet einen ausgewerteten Röntgenbefund ohne sichtbare Bandscheibenverkalkungen. Ein niedriger Verkalkungsscore ist mit einem geringeren Risiko für eine symptomatische Bandscheibenerkrankung verbunden. Eine lebenslange Garantie gegen einen Bandscheibenvorfall ist K0 jedoch nicht. (vetmed.auburn.edu)
CDDY N/N bedeutet, dass der Hund keine Kopie der getesteten CDDY-Variante trägt. Diese Variante ist mit vorzeitiger Bandscheibendegeneration und einem erhöhten Risiko für bestimmte Bandscheibenerkrankungen verbunden. N/CDDY bezeichnet einen Hund mit einer Kopie, CDDY/CDDY einen Hund mit zwei Kopien. Ein Ergebnis N/CDDY ist deshalb nicht mit CDDY-frei gleichzusetzen. (laboklin.com)
Beide Untersuchungen liefern wichtige Informationen. Sie beschreiben aber unterschiedliche Dinge: Der Gentest untersucht eine bestimmte genetische Variante, die Röntgenauswertung die sichtbaren Verkalkungen zum Untersuchungszeitpunkt.
Deshalb wäre es zu weitgehend, die gemeldeten Hunde als „vollkommen gesunde Dackel“ zu bezeichnen. Treffender ist, dass ihre Teilnahme die Erfüllung der strengen Dortmunder Nachweisanforderungen voraussetzt.
Die Meldestatistik: 20 Dackel bei Agria, 27 bei der Bundessieger-Ausstellung
Die am 11. Oktober 2026 eingesehene Live-Statistik von OnlineDogShows weist für die Agria Trophy Show zwölf Rüden und acht Hündinnen aus. Insgesamt sind damit 20 Dackel für den 6. November gemeldet.
Für die Bundessieger-Ausstellung am 8. November stehen 16 Rüden und elf Hündinnen in der Statistik, insgesamt 27 Dackel. Bei beiden Wettbewerben sind die Standard-Rauhaardackel und die Zwerg-Rauhaardackel besonders stark vertreten. Daneben finden sich mehrere Langhaarvarietäten und Kurzhaardackel.
Zusammen sind das 47 Meldungen, allerdings nicht zwangsläufig 47 verschiedene Hunde. Derselbe Dackel kann für beide Wettbewerbe gemeldet sein. Wie groß diese Überschneidung ist und welcher Gesundheitsnachweis für den einzelnen Hund eingereicht wurde, lässt sich aus der Übersicht nicht erkennen.
Noch handelt es sich um einen vorläufigen Stand. Der letzte Meldeschluss ist am 20. Oktober 2026, sodass weitere Meldungen hinzukommen können. (vdh.de)
Die Zahlen zeigen zunächst, dass auch unter den strengen Bedingungen Hunde gemeldet werden. Wie viele nach Prüfung der Unterlagen und den Kontrollen tatsächlich im Ring stehen, wird sich am Ausstellungswochenende zeigen.
Im DTK-Zuchtbuch finden sich weitere günstige Untersuchungsergebnisse
Die Diskussion um Dortmund hat auch den Blick auf das DTK-Zuchtbuch gelenkt. Bei der Einsichtnahme im Rahmen dieser Diskussion fanden sich zahlreiche Dackel mit K0-Auswertungen sowie CDDY-Ergebnissen N/N und N/CDDY. Die beobachteten günstigen Befunde beschränken sich damit keineswegs auf die Hunde aus den Dortmunder Meldelisten.
Dabei müssen die Ergebnisse sorgfältig auseinandergehalten werden. Ein K0-Eintrag belegt keine CDDY-Freiheit. Ein N/CDDY-Hund trägt weiterhin eine Kopie der Variante. Und aus günstigen Einzelbefunden geht noch nicht hervor, wie viele Hunde beide Ergebnisse gleichzeitig besitzen.
Trotzdem geben solche Einträge Anlass, pauschale Behauptungen zu hinterfragen, nach denen entsprechende Dackel überhaupt nicht vorhanden seien. Die Beobachtung ist ermutigend, auch wenn sie keine vollständige statistische Auswertung des Zuchtbestands ersetzt.
Ob genügend geeignete Hunde für eine langfristig tragfähige Zucht zur Verfügung stehen, ist eine weitergehende Frage. Dafür müssen unter anderem Verwandtschaft, genetische Vielfalt, die verschiedenen Größen und Haararten sowie weitere Gesundheitsmerkmale berücksichtigt werden.
Warum Luca in Dortmund nicht teilnehmen kann
Mein eigener Dackel Luca kann in Dortmund nicht ausgestellt werden. Er ist erst neun Monate alt und wurde noch nicht auf Bandscheibenverkalkungen geröntgt. Die für ihn vorgesehene reguläre Auswertung erfolgt frühestens mit 24 Monaten. Einen entsprechenden K0-Befund kann er deshalb derzeit nicht vorlegen.
Sein Gentestergebnis lautet außerdem CDDY/CDDY. Damit steht ihm auch der alternative Nachweis über CDDY N/N nicht offen. Die Dortmunder Regelung sieht im veröffentlichten Abschnitt für Dackel keine altersbedingte Ausnahme von diesen Nachweisen vor. (hund-und-pferd.de)
Das Thema betrifft trotzdem auch Dackelhalter, die selbst keinen Hund ausstellen. Es geht um Gesundheitsvorsorge und darum, welche Untersuchungsergebnisse künftig stärker in die Zucht einbezogen werden können.
Hat Dortmund bei den Dackeln einen wichtigen Punkt getroffen?
Die gesundheitlichen Anforderungen haben Zweifel ausgelöst, ob sich überhaupt genügend passende Dackel finden würden. Der aktuelle Meldestand lässt zumindest erkennen, dass die Rasse unter diesen Bedingungen nicht vollständig aus den Wettbewerben verschwindet.
Das macht noch nicht jede behördliche Forderung fachlich sinnvoll oder rechtlich richtig. Auch eine Verbesserung der gesamten Dackelpopulation lässt sich aus den Meldungen nicht ableiten. Dennoch entsteht ein interessanter Anlass, vorhandene günstige Untersuchungsergebnisse genauer zu betrachten.
Die kleine Teilnehmergruppe könnte zeigen, dass es mehr Möglichkeiten gibt, als manche skeptische Diskussion vermuten ließ. Entscheidend wird sein, welche Befunde tatsächlich vorliegen und wie diese Hunde innerhalb der Zuchtpopulation verteilt sind.
Damit wird die Hundeausstellung Dortmund 2026 gerade bei den Dackeln spannend. Neben den Bewertungen geht es um Fragen, die weit über eine Schleife hinausreichen: Welche günstigen Gesundheitsmerkmale sind bereits vorhanden, wie lassen sie sich verantwortungsvoll fördern, und welche Voraussetzungen braucht es dafür in der Zucht?
20 Meldungen bei Agria und 27 bei der Bundessieger-Ausstellung liefern darauf noch keine abschließende Antwort. Sie sind aber ein konkreter Anlass, die Diskussion mit mehr Interesse an den vorhandenen Hunden und ihren Befunden weiterzuführen.
Stand: 11. Oktober 2026. Meldestatistik: OnlineDogShows. Die Angaben zum DTK-Zuchtbuch beruhen auf einer Einsichtnahme im Rahmen der Diskussion, nicht auf einer vollständigen Bestandsauswertung.
