Gengenbach mit Hund

Gegenbach ist wohl das romantischste Städchen, welches Dackel Paul und ich im Schwarzwald je besucht haben. Nur als Übernachtungsort auf meine Reise nach Spanien gedacht, hat es mich sofort verzaubert und ich bin einige Tage länger geblieben.
Enge Gassen, liebevoll restaurierte Fachwerkhäuser, eine geschlossene Altstadt mit Türmen und Stadtmauer, dazu Weinberge direkt am Ortsrand. Gengenbach wirkt wie aus einem Bilderbuch und genau deshalb passt es so gut zu einer Reise mit Hund. Du läufst morgens durch die ruhige Altstadt, dein Hund schnuppert an alten Sandsteinmauern, ihr holt euch beim Bäcker etwas für unterwegs und steht fünf Minuten später schon auf einem Weinbergweg mit Blick über das Kinzigtal. Diese unmittelbare Nähe von Stadt und Natur macht den Unterschied.

Warum Gengenbach mit Hund so toll ist
Die Wege zu traumhaften Spaziergängen sind kurz und wunderschön. Du kannst direkt von der Altstadt loswandern, ohne erst ins Auto zu steigen. Rund um den Ort führen zahlreiche Spazier- und Wanderwege durch Reben, Wald und offene Hänge. Besonders schön sind die Panoramawege oberhalb der Stadt, von denen du immer wieder auf die Türme und Dächer hinunterblickst.
Unten kann man wunderschön am Fluss entlang laufen, der auch gelegentlich kleine Badestellen hat.
Für deinen Hund bedeutet das: abwechslungsreiche Untergründe, viele Gerüche, moderate Höhenmeter und genügend Schatten im Wald. Für dich bedeutet es: Bewegung, Aussicht und eine Stadt, in die du gerne zurückkommst, um dich in ein Café zu setzen oder einfach nur über den Marktplatz zu schlendern.
Atmosphäre und Romantik
Gengenbach lebt von seiner Stimmung. Abends leuchtet die Altstadt warm, die Fachwerkfassaden bekommen Tiefe, und du spürst, dass hier Geschichte nicht inszeniert wird, sondern gewachsen ist. Gerade in den Randzeiten, also früh am Morgen oder am späteren Abend, entsteht diese besondere Ruhe, die du mit Hund sehr zu schätzen weißt.
Im Advent verwandelt sich das Rathaus in eines der größten Adventskalenderhäuser Europas, was dem Ort eine zusätzliche Magie verleiht. Gleichzeitig bleibt Gengenbach überschaubar genug, dass du dich mit Hund entspannt bewegen kannst, wenn du die Stoßzeiten meidest.
Spaziergänge und Wanderungen direkt ab Stadt
Vom Zentrum aus erreichst du innerhalb weniger Minuten die Rebhänge. Paul und ich haben es dort geliebt, die Aussicht ist gigantisch.
Durch die Lage im Kinzigtal profitierst du von einem milden Klima im Vergleich zu höheren Schwarzwaldlagen. Das macht Gengenbach besonders attraktiv im Frühjahr und Herbst, wenn du angenehmes Spazierwetter suchst und die Farben in Weinbergen und Wäldern intensiv wirken.
Mit dem Hund in der Stadt
Gengenbach ist hundefreundlich und gleichzeitig gepflegt. Leinenpflicht in der Altstadt versteht sich von selbst, auf den Wegen außerhalb kannst du dich an die jeweiligen Regelungen halten und deinem Hund ausreichend Raum geben. Restaurants und Cafés sind in der Regel offen für gut erzogene Hunde, besonders außerhalb der Hauptsaison.
Parken funktioniert am Stadtrand gut, von dort läufst du in wenigen Minuten ins Zentrum. Wenn du eine Ferienwohnung wählst, findest du am Rand der Altstadt oder in den angrenzenden Ortsteilen oft ruhige Lagen mit direktem Zugang ins Grüne.
Für wen Gengenbach ideal ist
Gengenbach passt zu dir, wenn du Wert auf Atmosphäre legst. Wenn du keine Action brauchst, sondern Qualität. Wenn du gerne fotografierst, durch Gassen schlenderst und zwischendurch auf einen Höhenweg abbiegst. Mit Hund bekommst du hier genau die Mischung aus Bewegung und Entschleunigung, die eine Reise rund macht. Es ist ideal als Zwischenübernachtung auf deine Reise in die Schweiz, nach Frankreich und Spanien und natürlich nach Italien.
Die atemberaubende Altstadt von Gengenbach
Ich nehme euch mit in diesen Videoauf einen kleinen Spaziergang durch die Altstadt von Gegenbach.
Viel Spaß
Wandern mit Hund in Gegenbach

Rund um Gegenbach beginnt die Natur praktisch hinter der letzten Fachwerkfassade. Du läufst durch die Altstadt, biegst ab und stehst wenige Minuten später zwischen Weinreben. Ich fand es klasse!.
Eine meiner liebsten Runden führt oberhalb der Stadt durch die Rebhänge Richtung Bergle. Der Blick ins Kinzigtal öffnet sich Schritt für Schritt. Mit Dackel Paul bin ich diesen Weg am frühen Morgen gegangen, als noch leichter Dunst über den Hängen lag. Die Steigung ist moderat, der Weg breit genug, dass man nicht ständig ausweichen muss. Oben wartet eine Aussicht, die wirklich hängen bleibt.
Richtung Mooskopf wird es waldiger, uriger, typischer Schwarzwald. So schön dort. Der Boden federt unter den Füßen, der Wald schluckt Geräusche, und man merkt, wie der Puls automatisch runtergeht. Das ist keine schnelle Feierabendrunde, sondern eine Tour, bei der man unterwegs sein will.
Weitere Ausflugstipps für Gengenbach mit Hund
1. Mooskopf & Moosturm
Entfernung von Gengenbach: ca. 15–20 Minuten mit dem Auto
Startpunkt: Wanderparkplatz Löcherbergwasen
Parken: kostenfrei
Strecke: ca. 4–6 km je nach Route
Höhenmeter: moderat
Vom Löcherbergwasen läufst Du direkt in den Wald hinein. Der Weg zum Mooskopf ist gut ausgeschildert. Oben steht der Moosturm, ein Aussichtsturm mit weitem Blick über Schwarzwald, Rheinebene und bei klarer Sicht bis zu den Vogesen.
Mit Paul war das eine ideale Halbtagstour. Breite Wege, viel Wald, kaum Verkehr. Kein alpiner Anspruch, aber landschaftlich stark. Genau das Richtige, wenn man Natur will ohne Stress.
2. Brandeckkopf bei Offenburg
Entfernung: ca. 20 Minuten
Start: Wanderparkplatz am Gasthaus Brandeck
Parken: meist kostenlos
Strecke: 3–8 km kombinierbar
Hier bekommst Du Panorama pur. Der Turm steht frei auf der Höhe, Blick ins Rheintal. Die Wege sind gut begehbar und für Hunde angenehm. Ich bin dort mit Paul bei kühlerem Wetter gelaufen, weil es auf den offenen Abschnitten sonnig werden kann.
Ideal, wenn Du Aussicht suchst und eine Tour flexibel gestalten willst.
3. Ziegelwaldsee bei Gengenbach
Entfernung: direkt bei Gengenbach, wenige Minuten mit dem Auto
Parken: kleiner Parkplatz am See, kostenfrei
Runde: etwa 2 km
Kleine, entspannte Runde um den See durch Waldgebiet. Perfekt für einen ruhigeren Tag oder eine Abendrunde. Weiche Wege, wenig Höhenmeter. Paul war hier völlig entspannt unterwegs, viel zu schnüffeln, wenig Trubel.
4. Gertelbach Wasserfälle bei Bühl
Entfernung: ca. 30 Minuten
Start: Wanderparkplatz Gertelbach
Parkgebühr: meist wenige Euro, Parkautomat
Strecke: 3–7 km
Charakter: steinig, teilweise steiler
Das sind richtige Schwarzwald-Wasserfälle. Wild, felsig, mit Holzstegen und Brücken. Für trittsichere Hunde gut machbar, für sehr kleine Hunde bei Nässe anspruchsvoll.
Wenn Du Natur mit Kraft willst, ist das hier ein starkes Ziel. Ich würde es mit Dackel nur bei trockenen Bedingungen empfehlen.
5. Allerheiligen Wasserfälle & Klosterruine
Entfernung: ca. 45 Minuten
Parken: großer Wanderparkplatz, gebührenpflichtig
Strecke: 2–6 km
Mehrstufige Wasserfälle mit gut ausgebautem Wegsystem. Sehr beliebt, also besser morgens starten. Landschaftlich beeindruckend, historischer Bezug durch die Klosterruine.
Gengenbacher Weihnachtsmarkt
Auch im Winter kann man in Gegenbach wunderbar sein. Der Weihnachtsmarkt bietet jeden Nachmittag eine neue Besonderheit
Gengenbachs Weihnachtsmarkt ist kein gewöhnlicher Adventsmarkt, er ist eine magische Mischung aus Tradition, Kunst und internationaler Neugier. In der historischen Altstadt rund um den Marktplatz entfaltet sich in der Adventszeit ein stimmungsvoller Weihnachtsmarkt mit rund 60 liebevoll dekorierten Ständen, regionalen Spezialitäten und warmem Lichterglanz. Gleichzeitig verwandelt sich das klassizistische Rathaus jeden Winter in das weltgrößte Adventskalenderhaus der Welt: Jeden Tag vom 30. November bis kurz nach Weihnachten öffnet sich um 18 Uhr ein neues Fenster mit einem kunstvollen Motiv, das Besucher aus ganz Europa, sogar aus Spanien und darüber hinaus, anzieht. Diese tägliche Überraschung macht Gengenbach zu einem der spektakulärsten und meistfotografierten Weihnachtsziele Deutschlands
Gengenbach - Impressionen aus der Stadt
Gengenbach hat wunderschöne Restaurants und Cafés und kleine, süße Gasthäuser, wo Du überall mit Hund willkommen bist.
Hier bekommst Du noch ein paar tolle Ideen für deine Weitereise direkt von Gengenbach aus:





Die große Reise Teil 2
In diesen Buch nehme ich euch mit nach Gegenbach, in die Schweiz und wieder nach Korsika. Ich habe versucht, in einer emotionalen Tiefe darzustellen, was ich wirklich denke und fühle, wenn ich so alleine auf Reisen bin.
Diesmal komme ich wirklich an meine Grenzen, bin voller Zweifel und weiß nicht mehr, ob diese Reise mir überhaupt noch gut tut.
Gleichzeitig erfahrt ihr von atemberaubenden Orten, die ich besucht habe, so das es auch gleichzeitig ein Reiseführer ist.
Leseprobe „Die große Reise Teil 2 “ von
Daniela Dührkop
Gengenbach
Später wurde es kühler und ich wollte noch eine Runde mit Paul drehen. Vom Fluss aus führte ein schmaler Pfad zurück ins Zentrum. Die Nachmittagssonne warf lange Schatten, als ich schließlich vor dem alten Stadttor stand.
Der Torbogen wirkte wie ein Eingang in eine andere Zeit. Kühle Luft strömte mir entgegen, als ich darunter hindurchging, und mit jedem Schritt veränderte sich die Atmosphäre. Die Geräusche wurden gedämpfter, das Licht weicher.
Hinter dem Bogen öffnete sich eine enge Gasse, gesäumt von Fachwerkhäusern, deren Fassaden in warmen Farbtönen leuchteten. Blumenkästen an den Fenstern waren dicht bepflanzt mit schönen Blumen und irgendwo klapperte leise Geschirr. Es roch nach frischem Gebäck und für einen Augenblick blieb ich einfach stehen, um die Mischung aus Düften, Farben und Stimmen aufzusaugen.
Paul trottete neben mir her, als wüsste er, dass wir hier allerlei zu entdecken hatten. Vor einem kleinen Laden mit handgeschriebenem Schild blieb ich stehen. In der Auslage stapelten sich Gläser mit Honig, daneben kleine Körbe mit getrockneten Kräutern. Drinnen unterhielten sich zwei Frauen leise, lachten kurz auf, ohne dass es in dieser Stille störte.
Je tiefer ich in die Altstadt ging, desto mehr legte sich mein Ärger. Jeder Schritt auf dem alten Kopfsteinpflaster fühlte sich an wie ein Tritt hinaus aus der Ungeduld und hinein in eine Welt, die keine Eile kannte. Die Werkstatt und das Fahrrad rückten in den Hintergrund. Vor mir lag ein Ort, der sich nicht hetzen ließ – und ich begann, mich diesem Tempo anzupassen.
In diesen Moment war ich froh, dass ich nicht zu zweit unterwegs war. Ich hatte soviel mit mir selbst zu tun, dass ich meinen Focus niemals auf jemanden anderes legen könnte. Da war dieses schöne Dorf genau richtig. Es lenkte meinen Focus sanft auf seine Schönheit, so dass die Anspannung, die in mir drinnen wütete, sich bald wieder löste.
Die Gasse, in der ich gerade stand, wirkte wie aus einem Bildband gefallen. Kopfsteinpflaster, so unregelmäßig, dass jeder Schritt achtsam gesetzt werden musste, führte mich zu einem schmiedeeisernen Straßenschild:
Engelsgasse
Schon der Name ließ mich langsamer gehen. Links und rechts reihten sich Häuser, deren Balken so dunkel waren, dass sie fast schwarz wirkten, während die Gefache in einem hellen Weiß leuchteten. Über manche Eingänge spannten sich Rosenranken, deren Blüten trotz der Augusthitze noch Farbe trugen.
Ein alter Mann saß auf einer Bank und las in einer zerknickten Zeitung. Neben ihm stand eine Kanne, aus der der Duft von Kräutertee aufstieg. Er hob kurz den Blick, nickte mir freundlich zu, als sei jeder, der diese Gasse betrat, automatisch willkommen.
Ich blieb oft stehen, um kleine Details zu betrachten – eine geschnitzte Haustür, das schimmernde Glas einer winzigen Fensterscheibe, in der sich das Sonnenlicht fing. Irgendwann fiel mir auf, dass hier weder Hektik noch Betriebsamkeit herrschte. Es war eine stille Selbstverständlichkeit, als gehöre es zu diesem Ort, den Tag in seinem eigenen Rhythmus fließen zu lassen.
Paul schnupperte an einem Wassereimer, der vor einer Haustür stand. Ich sah ihm zu und musste lächeln. Der Ärger über das Fahrrad, über das Warten, über all das, was vermeintlich schief gelaufen war, schien sich hier zu verflüchtigen. Vielleicht war es die Wärme der Farben, vielleicht das leise Klirren von Geschirr aus einer offenen Küche, oder einfach die Erkenntnis, dass es manchmal kein besseres Ziel gibt, als genau hier zu sein.Die Straße öffnete sich und gab den Blick auf das
Herz der Altstadt frei. Fassaden in sanften Pastelltönen, jedes Haus für sich ein kleines Kunstwerk, reihten sich nebeneinander, als hätten sie sich für diesen Sommertag herausgeputzt. Die Fenster waren geschmückt mit üppigen Blumen, deren Farben im Licht fast überstrahlten. Über den Gassen spannten sich Wimpelketten, die im leichten Wind flatterten.
Ich ging langsam, fast wie in Zeitlupe, um keinen Winkel zu übersehen. Eine Haustür war so kunstvoll bemalt, dass sie fast zu schade schien, sie einfach nur zu öffnen. Daneben prangte ein schmiedeeiserner Ausleger mit einer goldenen Inschrift, die im Sonnenlicht schimmerte. Aus einer Seitengasse wehte der Duft von Kaffee herüber, vermischt mit einer Spur von Vanille.
Paul trabte neben mir her, neugierig, aber ruhig. Vor einem kleinen Café blieb ich stehen, nicht wegen des Kaffees, sondern wegen der filigranen Holzläden, die leicht geöffnet waren, als wollten sie den Blick nach innen nur andeuten. Auf einem Balkon hingen frisch gewaschene Tücher, im leichten Wind flatternd und irgendwo schlug eine Kirchturmuhr die volle Stunde.
Kein Gedanke an Pläne oder Termine. Nur dieser Ort, dieses Licht, diese Fülle an Eindrücken, die sich leise
und ohne Eile in meine Erinnerung legten. Ich war wieder ganz bei mir, es fühlte sich gut an. Es war Zeit für einen Eisbecher.








