Dackel Zahnpflege

Zahnfehlstellungen
Beim Dackel kann im Zahnwechsel auffallen, dass einzelne Zähne plötzlich „schief“ stehen, sich gegenseitig bedrängen oder nicht sauber ineinandergreifen. Das wirkt im ersten Moment oft dramatischer, als es tatsächlich ist. Gerade bei dieser Rasse sind gelegentliche Zahnfehlstellungen keine Seltenheit, weil der typische lange Kopf, die schmale Kieferform und die genetische Linienführung das Gebiss besonders sensibel für kleine Abweichungen machen.
Wichtig ist dabei, zwischen einer harmlosen vorübergehenden Unregelmäßigkeit und einer echten behandlungsbedürftigen Fehlstellung zu unterscheiden. Viele Dackel zeigen im Wachstum einzelne Phasen, in denen Schneidezähne leicht versetzt durchbrechen oder ein Fangzahn zunächst etwas zu eng steht. Solange sich das innerhalb weniger Wochen reguliert und keine Schleimhaut verletzt wird, ist das meist unproblematisch.
Anders sieht es aus, wenn ein Zahn dauerhaft gegen den Gaumen drückt, seitlich in die Lippen wächst oder den Gegenzahn blockiert. Dann geht es längst nicht mehr um Optik, sondern um Schmerz, Kaubeeinträchtigung und spätere Folgeschäden.
Gerade beim Dackel sieht man relativ häufig einen zu eng stehenden Unterkieferfangzahn. Dieser kann nach innen kippen und beim Schließen des Mauls in den harten Gaumen stechen. Manche Hunde fressen trotzdem scheinbar normal, zeigen aber unterschwellige Schmerzen, schlucken hastiger oder kauen nur einseitig. Andere entwickeln kleine Löcher oder Druckstellen im Gaumen, die sich entzünden können.
Ein weiterer klassischer Punkt sind persistierende Milchzähne, also Milchzähne, die nach dem Durchbruch des bleibenden Zahns im Maul verbleiben. Dann stehen plötzlich zwei Zähne nebeneinander, was den neuen Zahn in eine falsche Richtung drängt. Besonders bei kleinen und langgezogenen Rassen wie dem Dackel ist das ein häufiger Auslöser für spätere Fehlstellungen. Wird in diesem Moment früh gehandelt, lässt sich die weitere Entwicklung oft sehr gut beeinflussen.
Der entscheidende Zeitraum liegt beim Dackel etwa zwischen dem fünften und siebten Lebensmonat. In dieser Phase verändert sich das Gebiss teilweise von Woche zu Woche. Genau deshalb lohnt sich in dieser Zeit ein sehr genauer Blick ins Maul. Wenn du deinen Dackel ohnehin regelmäßig an Maulkontrolle und Zähneputzen gewöhnst, bemerkst du Veränderungen früh.
Typische Anzeichen für eine behandlungsbedürftige Zahnfehlstellung sind Druckstellen am Gaumen, kleine Einstichpunkte hinter den oberen Fangzähnen, ein schiefes Schließen des Mauls, bevorzugtes Kauen auf einer Seite, vermehrtes Speicheln oder unangenehmer Mundgeruch. Auch wenn dein Dackel plötzlich ungern an härteren Kauartikeln arbeitet, kann das ein Hinweis sein.
Nicht jede Fehlstellung ist angeboren. Zwar spielt die genetische Komponente gerade bei Dackeln eine erkennbare Rolle, aber auch äußere Faktoren können eine Stellung verändern. Dazu gehören verspäteter Zahnwechsel, zu harte Kaugegenstände im Wachstum, Verletzungen des Kiefers oder Druck durch verbliebene Milchzähne. Deshalb ist es fachlich sinnvoll, nicht vorschnell von einem „schlechten Gebiss“ zu sprechen, sondern immer die Entstehung mitzudenken.
Bei leichten, gelegentlichen Fehlstellungen reicht manchmal schon das kontrollierte Wachstum abwarten. Der bleibende Zahn kann sich mit zunehmendem Kieferwachstum noch selbst in eine funktionelle Position bewegen. Gerade Schneidezähne zeigen diese spontane Korrektur relativ häufig.
Bei den Fangzähnen muss man aufmerksamer sein. Sie sind lang, tief verankert und können bei falscher Stellung massiven Druck auf Weichgewebe oder Knochen ausüben. Deshalb schauen Tierärzte hier besonders früh hin.
Wenn eine Behandlung notwendig wird, gibt es heute mehrere schonende Möglichkeiten. Oft genügt bereits das rechtzeitige Entfernen eines verbliebenen Milchzahns, damit der bleibende Zahn in den folgenden Wochen seinen Platz findet. In anderen Fällen werden sanfte kieferorthopädische Hilfen eingesetzt, etwa kleine Aufbissflächen oder individuell angepasste Schienen. Ziel ist nie ein „perfektes Schönheitsgebiss“, sondern immer ein schmerzfreier, funktioneller Biss.
Für Dackelhalter ist besonders wichtig zu wissen, dass der beste Behandlungszeitpunkt oft früh im Wachstum liegt. Je jünger der Hund, desto besser lässt sich die Zahnstellung meist beeinflussen, weil Knochen und Zahnhalteapparat noch formbar sind. Später wird jede Korrektur deutlich aufwendiger. Studien aus der veterinärmedizinischen Kieferorthopädie zeigen klar, dass frühe Interventionen bei jungen Hunden bessere Ergebnisse und kürzere Behandlungszeiten ermöglichen.
Neben der eigentlichen Fehlstellung spielt die Zahngesundheit eine große Rolle. Ein Dackel mit leicht verschobenen Zähnen hat oft engere Zahnzwischenräume. Dort lagern sich Futterreste schneller ab, was Zahnstein und Zahnfleischentzündungen begünstigt. Deshalb ist Zahnpflege bei diesen Hunden besonders wichtig.
Erbliche Zahnfehlstellungen beim Dackel, wenn das Problem aus der Zuchtlinie kommt
Neben gelegentlichen Zahnfehlstellungen im Zahnwechsel gibt es beim Dackel auch echte erblich bedingte Gebissfehler, die deutlich tiefer gehen als ein schief durchbrechender Zahn. Hier stimmt nicht nur die Stellung einzelner Zähne, sondern häufig das Verhältnis von Ober- und Unterkiefer selbst nicht.
Das ideale Gebiss des Dackels ist ein sauber schließendes Scherengebiss. Dabei greifen die oberen Schneidezähne leicht über die unteren, ohne Druckpunkte oder Fehlkontakte. Genau diese Scherenstellung sorgt dafür, dass Fangzähne, Schneidezähne und Backenzähne funktionell sauber ineinandergreifen. So kann der Dackel Nahrung gut fassen, kauen und seine Zähne gleichmäßig belasten.
Ein Zangengebiss liegt vor, wenn obere und untere Schneidezähne Kante auf Kante aufeinandertreffen. Das wirkt auf den ersten Blick oft harmlos, ist beim Dackel aber bereits eine Abweichung vom korrekten Standard. Der Nachteil liegt vor allem im stärkeren Abrieb. Gerade im Lauf der Jahre nutzen sich die Schneidezähne deutlich schneller ab, weil permanent Zahnfläche auf Zahnfläche reibt. Bei älteren Dackeln sieht man dann häufig stark verkürzte Frontzähne.
Deutlich problematischer sind Vorbiss und Rückbiss.
Beim Vorbiss ist der Unterkiefer zu lang oder der Oberkiefer zu kurz. Die unteren Schneidezähne stehen dann vor den oberen. Teilweise stehen sogar die unteren Fangzähne zu weit vorne, was die gesamte Verzahnung verschiebt. Diese Form kennt man von brachyzephalen Rassen als Standard, beim Dackel ist sie jedoch ein klarer Gebissfehler.
Beim Rückbiss ist es umgekehrt. Hier ist der Unterkiefer genetisch zu kurz angelegt. Die oberen Schneidezähne ragen deutlich über die unteren hinaus. Beim Dackel sieht man diese Form sogar etwas häufiger als den Vorbiss. Funktionell ist das problematisch, weil die unteren Fangzähne oft keinen sauberen Platz finden und gegen Gaumen oder Zahnfleisch drücken können.
Gerade diese Kieferfehlstellungen entstehen häufig durch schlechte oder unkontrollierte Zuchtentscheidungen, wenn über Generationen hinweg zu schmale Fänge, schwache Unterkiefer oder bereits fehlerhafte Bisslagen weiterverpaart wurden. Das Problem sitzt dann nicht am einzelnen Zahn, sondern in der genetischen Grundanlage des Schädels.
Beim Dackel spielt zusätzlich die enge Kopfform mancher Linien eine Rolle. Wird zu stark auf einen besonders schmalen, feinen Fang selektiert, fehlt den Zähnen schlicht der Platz. Die Folge sind eng stehende Schneidezähne, rotierte Fangzähne, fehlplatzierte Prämolaren und insgesamt ein instabiles Scherengebiss.
Genau deshalb sollten solche Dackel züchterisch sehr kritisch betrachtet werden. Ein echter Vorbiss, Rückbiss oder deutlicher Fangzahn-Fehlstand ist kein Schönheitsfehler, sondern ein Hinweis auf vererbbare strukturelle Probleme. Der internationale Rassestandard bewertet Überbiss, Unterbiss und fehlerhafte Stellung der unteren Fangzähne entsprechend als schwere bis ausschließende Fehler. Die Eltern sollten nicht mehr zur Zucht verwendet werden
Für Halter ist wichtig: Solche genetischen Bisslagen „verwachsen“ sich in der Regel nicht mehr. Während sich einzelne Zähne im Zahnwechsel noch korrigieren können, bleibt ein zu kurzer oder zu langer Kiefer meist bestehen.
Es handelt sich hier um einen gravierenden Mangel, den der Züchter nicht verschweigen darf.
Im Alltag merkst du das oft an ungleichmäßigem Abrieb, Schwierigkeiten beim Abbeißen, seitlichem Kauen, Druckstellen im Gaumen oder schneller Zahnsteinbildung durch Fehlkontakte.
Gerade beim Dackel lohnt sich deshalb schon im Welpenalter ein genauer Blick auf die Frontzähne. Wenn die Schneidezahnreihe bereits sehr unruhig wirkt oder Ober- und Unterkieferlänge deutlich voneinander abweichen, sollte das früh tierärztlich beurteilt werden.
Langfristig ist dieser Bereich auch für die Rassegesundheit wichtig. Ein sauber gezüchtetes Scherengebiss ist beim Dackel ein klares Qualitätsmerkmal, weil es viel über Kieferstabilität, Fangbreite und gesunde Zahnstellung aussagt.
Zahnpflege beim Dackel
Am effektivsten bleibt regelmäßiges Zähneputzen mit einer Hundezahnbürste oder Fingerbürste und enzymatischer Hundezahnpasta. Gerade Dackel lassen sich daran meist sehr gut gewöhnen, wenn früh begonnen wird. Schon wenige Minuten mehrmals pro Woche machen langfristig einen enormen Unterschied.
Ergänzend können geeignete Kaumaterialien helfen, die Zahnoberflächen sauber zu halten. Entscheidend ist, dass sie nicht zu hart sind. Geweihstücke, extrem harte Knochen oder sehr starre Nylonartikel sind für Dackelzähne ungünstig, weil sie Frakturen oder zusätzlichen Fehlbelastungen Vorschub leisten können. Besser sind elastische, nachgiebige Kauartikel, die reinigen, ohne Druckspitzen zu erzeugen.
Auch das Futter spielt indirekt hinein. Ein dauerhaft weiches, klebriges Futter ohne Kauimpuls fördert Beläge stärker als eine Ernährung, bei der der Hund kauen muss. Das ersetzt zwar niemals Zähneputzen, unterstützt aber die Mundgesundheit.
Bei erwachsenen Dackeln treten gelegentliche Fehlstellungen ebenfalls auf, allerdings meist sekundär. Dann verschiebt sich ein Zahn infolge von Zahnverlust, Parodontitis oder mechanischer Fehlbelastung. Das sieht man besonders dann, wenn einzelne Schneidezähne fehlen oder ein Fangzahn durch chronische Zahnfleischprobleme an Stabilität verliert. Hier liegt der Fokus weniger auf Korrektur, sondern auf Zahnerhalt, Entzündungsbehandlung und Schmerzfreiheit.
Züchterisch betrachtet sollten deutliche Fehlstellungen immer ernst genommen werden. Wenn beim Dackel wiederholt Rückbiss, enger Unterkiefer oder problematische Fangzahnstellungen auftreten, spricht vieles für eine genetische Komponente. Solche Linien sollten mit Verantwortung betrachtet werden, damit funktionelle Gebissprobleme nicht weiter verstärkt werden. Auch dazu gibt es klare veterinärmedizinische Hinweise aus Zucht- und Vererbungsanalysen.
Für dich im Alltag heißt das vor allem: früh schauen, ruhig bleiben, aber konsequent handeln, wenn Schleimhautkontakt oder Schmerzen entstehen.
Viele gelegentliche Zahnfehlstellungen beim Dackel sind im jungen Alter noch gut beeinflussbar. Entscheidend ist, den Zahnwechsel bewusst zu begleiten und nicht erst Monate später auf einen dauerhaft falschen Biss aufmerksam zu werden.
Wenn du Paul oder einen jungen Dackelwelpen regelmäßig beim Kuscheln kurz die Lefzen anhebst, siehst du meistens sehr schnell, ob sich ein Zahn in eine ungünstige Richtung entwickelt. Genau diese kleinen Routinen verhindern später oft größere Probleme.
Unterm Strich sind Zahnfehlstellungen beim Dackel also kein seltenes Randthema, sondern ein wichtiger Teil der Gesundheitsvorsorge. Mit frühem Blick, guter Zahnpflege und rechtzeitigem tierärztlichem Einschätzen lassen sich Schmerzen, Zahnverlust und aufwendige spätere Korrekturen häufig vermeiden.
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Anleitung zur Zahnpflege beim Dackel, so gewöhnst du ihn Schritt für Schritt daran
Zähneputzen mit dem Dackel üben
Gesunde Zähne sind beim Dackel weit mehr als ein Schönheitsdetail. Gerade durch den langen Fang, die oft engen Zahnzwischenräume und die rassetypische Neigung zu Zahnstein lohnt sich eine konsequente Zahnpflege von Anfang an. Entzündungen im Maul bleiben selten auf das Zahnfleisch begrenzt. Bakterielle Beläge können sich ausbreiten und auf Dauer den gesamten Organismus belasten. Herz, Nieren und Stoffwechsel profitieren deshalb ebenso von guter Zahnpflege wie Zähne und Zahnfleisch selbst.
Besonders beim Dackel kommt hinzu, dass eng stehende Zähne Futterreste schneller festhalten. Dadurch entstehen Zahnbelag, Zahnstein und gereiztes Zahnfleisch oft früher als bei Hunden mit breiterem Gebiss. Wer früh mit dem Putzen beginnt, erspart seinem Dackel später häufig aufwendige Zahnreinigungen in Narkose.
Entscheidend ist, deinen Dackel ruhig und in kleinen Schritten an die Zahnpflege zu gewöhnen. Gerade sensible oder eigenwillige Dackel reagieren deutlich besser, wenn jede Einheit kurz bleibt und immer mit etwas Positivem endet. Zwei bis drei Minuten reichen am Anfang vollkommen aus.
Für die Zahnpflege brauchst du nur wenige Dinge: eine weiche bis mittelstarke Hundezahnbürste, spezielle Hundezahnpasta, etwas Wasser, saubere Hände und vor allem Geduld. Ein ruhiger Ort ohne Ablenkung macht gerade beim Dackel einen großen Unterschied, weil er sich dann besser auf deine Berührung einlassen kann.
Der erste Schritt ist immer die Gewöhnung an den Geschmack. Gib eine kleine Menge Hundezahnpasta auf deinen Finger und lass deinen Dackel sie in Ruhe ablecken. Wiederhole das mehrere Tage hintereinander. Viele Dackel akzeptieren die Zahnpasta erstaunlich schnell, wenn sie geschmacklich angenehm ist.
Im nächsten Schritt gewöhnst du ihn daran, dass du Lefzen, Zahnfleisch und Zahnoberflächen berührst. Verteile etwas Zahnpasta auf dem Zeigefinger und streiche sanft über die äußeren Zahnreihen. Besonders bei Dackeln ist es sinnvoll, zunächst nur die Außenseiten zu berühren, denn dort entstehen die meisten Beläge. Gehe nur so weit, wie dein Hund entspannt bleibt.
Wenn diese Berührung problemlos klappt, kommt die Zahnbürste dazu. Feuchte sie leicht an, gib eine kleine Menge Zahnpasta darauf und lass deinen Dackel zuerst kurz daran schnuppern oder etwas davon ablecken. So wird das neue Gefühl deutlich leichter angenommen.
Am besten beginnst du mit den Fangzähnen. Gerade beim Dackel sind sie groß, gut erreichbar und für den Einstieg ideal. Hebe die Lefze sanft an und setze die Bürste schräg am Zahnfleischrand an. Gebürstet wird immer vom Zahnfleisch zur Zahnspitze. Diese Bewegung entfernt Beläge besonders effektiv und schont gleichzeitig das Zahnfleisch.
Die kleinen Schneidezähne vorne lässt du zunächst aus. Viele Dackel reagieren in diesem Bereich empfindlicher, weil dort Lefzen, Schnurrhaare und Nase dicht beieinander liegen. Sobald die Fangzähne gut akzeptiert werden, arbeitest du dich langsam zu den hinteren Backenzähnen vor.
Gerade dort ist die Zahnpflege beim Dackel besonders wichtig, weil sich auf den Prämolaren und Reißzähnen bevorzugt Zahnstein bildet. Mit kleinen kreisenden Bewegungen reinigst du Zahn für Zahn. Du musst dafür das Maul meist gar nicht weit öffnen. Es reicht, die Lefze seitlich leicht anzuheben.
Wenn dein Dackel diese Bereiche gelassen zulässt, nimmst du zum Schluss die Schneidezähne dazu. Hebe die Oberlippe vorne sanft an und putze die kleinen Vorderzähne vorsichtig mit kurzen Auf-und-ab-Bewegungen. Viele Dackel niesen hier kurz oder ziehen die Nase kraus, was völlig normal ist.
Wichtig ist, dass du jede Phase mehrere Tage hintereinander wiederholst, bevor du den nächsten Schritt einführst. Gerade Dackel lernen über Routine. Wenn die Zahnpflege immer gleich abläuft, an einem ruhigen Ort stattfindet und du deinen Hund anschließend lobst, wird daraus oft erstaunlich schnell ein fester Bestandteil eurer Pflege.
Im vollständig aufgebauten Ablauf brauchst du meist nur drei kleine Portionen Zahnpasta: eine für die linke Seite, eine für die rechte Seite und eine für die Front. Mehr ist gar nicht nötig.
Für den Alltag ist tägliches Putzen ideal, gerade beim Dackel. Schon wenige Minuten am Tag reduzieren Beläge massiv und halten das Zahnfleisch gesund. Falls täglich zeitlich schwierig ist, sind drei bis vier gründliche Einheiten pro Woche immer noch deutlich besser als nur gelegentliche Pflege.
Ein zusätzlicher Vorteil: Durch die regelmäßige Maulkontrolle erkennst du früh, wenn sich beim Dackel etwas verändert. Locker sitzende Zähne, rote Zahnfleischränder, verfärbte Fangzähne oder schiefe Zahnstellungen fallen dir sofort auf. Gerade bei Dackeln mit engem Gebiss oder gelegentlichen Zahnfehlstellungen ist diese frühe Kontrolle Gold wert.
Besonders junge Dackel im Zahnwechsel profitieren enorm davon, weil du persistierende Milchzähne oder Druckstellen früh bemerkst. Auch bei älteren Dackeln ist das wichtig, da kleine Rassen häufiger zu Parodontitis neigen.
Achte darauf, niemals menschliche Zahnpasta zu verwenden. Fluorid, Schaumbildner und ätherische Zusätze sind für Dackel ungeeignet. Spezielle Hundezahnpasta ist auf das Abschlucken abgestimmt und geschmacklich viel besser akzeptiert.
Wenn dein Dackel am Anfang skeptisch reagiert, hilft oft ein Ritual. Viele Halter putzen immer nach dem Abendspaziergang oder vor dem Schlafen. Dackel lieben vorhersehbare Abläufe, und genau das macht die Zahnpflege deutlich leichter.
Mit etwas Geduld wird Zähneputzen beim Dackel meist schnell zur Selbstverständlichkeit. Gerade diese Rasse profitiert enorm davon, weil gesunde Zähne Lebensqualität, Fressfreude und langfristige Gesundheit spürbar verbessern.
Häufige Zahnerkrankungen beim Dackel
Beim Dackel gehören Zahnerkrankungen zu den Gesundheitsproblemen, die sich oft schleichend entwickeln. Durch das häufig eher enge Gebiss, eng stehende Zähne und die rassetypische Neigung zu Belägen lagern sich Futterreste und bakterielle Plaque besonders leicht an. Genau daraus entstehen die häufigsten Zahnprobleme, die viele Dackelhalter erst bemerken, wenn Mundgeruch, Zahnfleischbluten oder sichtbarer Zahnstein bereits deutlich ausgeprägt sind.
Das größte Thema ist meist Zahnstein. Er entsteht aus weichem Zahnbelag, der sich mit der Zeit verhärtet. Besonders häufig sitzt er an den Fangzähnen, den äußeren Zahnflächen und an den hinteren Backenzähnen. Anfangs wirkt das oft nur wie ein gelblicher Belag, später wird daraus eine feste bräunliche Schicht. Viele Dackel entwickeln dadurch starken Mundgeruch. Entscheidend ist, dass Zahnstein selten allein steht. Unter dem Zahnfleisch beginnt oft bereits eine Entzündung, die von außen zunächst kaum sichtbar ist.
Eng damit verbunden ist die Zahnfleischentzündung. Rötungen am Zahnfleischrand, leichte Schwellungen oder kleine Blutspuren nach dem Kauen sind typische erste Warnzeichen. Gerade beim Dackel wird das schnell unterschätzt, weil viele Hunde trotz Schmerzen weiter normal fressen. Bleibt diese Entzündung bestehen, greift sie auf den Zahnhalteapparat über. Dann lockern sich Zähne, das Zahnfleisch zieht sich zurück und einzelne Zähne können langfristig verloren gehen.
Karies kommt beim Dackel deutlich seltener vor als beim Menschen, sollte aber trotzdem erwähnt werden. Wenn sich dunkle Löcher, kleine Einsenkungen oder auffällige Verfärbungen in der Zahnoberfläche zeigen, kann das ein Hinweis sein. Häufiger als echte Karies sind beim Dackel allerdings Defekte durch Abrieb, Zahnsteinfolgen oder kleine Schäden am Zahnschmelz. Auch solche Veränderungen gehören kontrolliert, weil sie Schmerzen verursachen und sich mit der Zeit vertiefen können.
Ein sehr häufiges Problem ist außerdem die Zahnfraktur. Gerade Dackel kauen leidenschaftlich, und genau dabei brechen immer wieder Fangzähne oder große Backenzähne ab. Auslöser sind oft zu harte Kauartikel, Geweihstücke, harte Knochen oder starre Nylonprodukte. Besonders kritisch ist es, wenn im Inneren des Zahns ein dunkler oder rötlicher Punkt sichtbar wird. Dann liegt das empfindliche Zahninnere frei, was starke Schmerzen verursacht und Entzündungen bis tief in die Zahnwurzel auslösen kann.
Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko für all diese Probleme deutlich. Viele Dackel zeigen zwar schon früher erste Beläge, aber ab etwa dem achten Lebensjahr werden Zahnstein, entzündetes Zahnfleisch, lockere Zähne und Frakturen deutlich häufiger sichtbar. Das liegt daran, dass sich kleine Veränderungen über Jahre summieren. Gerade bei älteren Dackeln lohnt sich deshalb eine besonders konsequente Kontrolle.
Achte im Alltag auf Mundgeruch, einseitiges Kauen, langsameres Fressen, Futterfallenlassen, Speicheln, Berührungsempfindlichkeit im Fangbereich oder sichtbare Zahnveränderungen. Auch wenn dein Dackel plötzlich keine harten Kauartikel mehr möchte, steckt oft ein Zahnproblem dahinter.
Das Wichtigste ist immer frühes Handeln. Frische Beläge lassen sich durch regelmäßiges Zähneputzen meist gut kontrollieren. Fester Zahnstein, entzündetes Zahnfleisch oder ein abgebrochener Zahn gehören dagegen in tierärztliche Hände. Gerade beim Dackel lassen sich durch frühe Behandlungen viele spätere Probleme wie Zahnverlust, chronische Entzündungen und Schmerzen sehr gut vermeiden.
Besonders ältere Dackel profitieren davon, wenn du einmal pro Woche bewusst die Lefzen anhebst und Zähne sowie Zahnfleisch kontrollierst. Diese kleine Routine macht oft den Unterschied zwischen einer einfachen Zahnreinigung und einer später aufwendigen Zahnsanierung.
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