Dackelwissen

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Pubertät beim Dackel

Eben war dein Dackel noch ein kleiner, süßer Welpe, der alles gemacht hatte, was er sollte…..und urplötzlich ist er 6 Monate alt, findet nichts wichtiger als Schnüffeln und Beinchen heben, der Rückruf funktioniert gar nicht mehr und überhaupt macht er nur dummes Zeugs?

Willkommen in der Pubertät!


 

Pubertät beim Dackel – warum dein braver Junghund plötzlich macht, was er will


 


 

Viele Dackelhalter erleben einen Moment, der sich ungefähr so anfühlt:

Der kleine Welpe  hat mit 3,4 oder fünf  Monaten wunderbar gehört, Rückruf funktioniert, Spaziergänge sind entspannt. Und wenige Tage  später scheint alles vergessen zu sein.

Der Dackel schaut dich an, denkt kurz nach und entscheidet sich dann für etwas völlig anderes. Er folgt Spuren, ignoriert den Rückruf oder entdeckt plötzlich die Damenwelt. Manche Halter glauben in dieser Phase, sie hätten in der Erziehung etwas falsch gemacht.


Tatsächlich beginnt hier eine völlig normale Entwicklung. Dein Dackel wird erwachsen.


 

Die Pubertät beim Dackel bringt hormonelle Veränderungen, ein stark wachsendes Interesse an Umweltreizen und eine deutliche Zunahme der Selbstständigkeit mit sich. Gerade bei einer Rasse, die ursprünglich für selbstständige Jagdarbeit gezüchtet wurde, zeigt sich diese Phase oft besonders deutlich.


 


 Wann beginnt die Pubertät beim Dackel?


 


 

Der Übergang vom Welpen zum Junghund beginnt meist zwischen dem vierten und sechsten Lebensmonat. In dieser Zeit verändern sich Körper und Verhalten sichtbar. Beim Rüden tauchen die ersten Markierversuche auf. Das berühmte Beinheben wird geübt, zunächst etwas unbeholfen, später immer selbstbewusster.

Bei Hündinnen kündigt sich diese Entwicklungsphase häufig mit der ersten Läufigkeit an. Sie kann bei kleinen Rassen schon mit sechs Monaten auftreten, manchmal auch etwas später. Viele Halter nehmen diese Zeit noch relativ entspannt wahr. Der Hund wirkt neugierig, verspielt und testet gelegentlich Grenzen. Die wirklich intensive Phase liegt meist noch vor euch.


 

 

Die erste Überraschung: Der Dackel wird eigenständig


 

Zwischen sechs und neun Monaten verändert sich das Verhalten vieler Dackel spürbar.

Der Hund beginnt, Entscheidungen selbst zu treffen. Ein Geruch auf dem Boden kann plötzlich wichtiger werden als dein Rückruf. Ein anderer Hund zieht mehr Aufmerksamkeit auf sich als dein Kommando. Das hat einen einfachen Hintergrund. In dieser Entwicklungsphase reift das Gehirn weiter und der Hund beginnt, Umweltreize stärker zu gewichten als bisher. Für einen Jagdhund wie den Dackel bedeutet das vor allem eines: Gerüche, Spuren und Bewegungen gewinnen enorme Bedeutung.

Viele Halter denken in dieser Zeit, der Hund würde absichtlich „nicht hören“. Tatsächlich entsteht hier eine neue innere Prioritätenliste. Die Umwelt wird spannender als der Mensch.


 

Die Hochphase der Pubertät kommt später

 

Eine wichtige Information für Dackelhalter:

Die wirklich intensive Phase liegt meist erst zwischen zwölf und vierundzwanzig Monaten.

Mit etwa einem Jahr verändert sich beim Rüden vieles gleichzeitig.

Das Markieren wird häufiger, Begegnungen mit Hündinnen werden aufregender und die Konzentration im Alltag kann deutlich abnehmen. Manche Rüden entdecken jetzt auch das nächtliche Drama: Unruhe im Haus, nächtliches Aufstehen, lautstarkes Fordern nach draußen. Nicht selten steht der Hund dann im Garten und ist hochgradig beschäftigt damit, Witterungen aufzunehmen oder aufgeregt entlang des Zaunes zu laufen. Der Grund liegt meist in der Umgebung: eine läufige Hündin in der Nachbarschaft genügt, um einen jungen Rüden völlig aus der Fassung zu bringen. Ein kurzer Kontrollgang lohnt sich. Wenn dein Dackel dich nachts weckt, prüfe, ob wirklich ein gesundheitliches Problem vorliegt oder ob dein junger Abenteurer gerade eine aufregende Duftspur entdeckt hat.

Bei Hündinnen entwickelt sich das Interesse an Rüden meist langsamer. Viele zeigen erst ab der zweiten oder dritten Läufigkeit ein deutliches Interesse an der männlichen Hundewelt.
 


 

Der Jagdtrieb erwacht


 Eine weitere Entwicklung überrascht viele Halter.

Der Jagdtrieb zeigt sich häufig erst relativ spät, oft zwischen 18 und 24 Monaten. Ein Dackel, der vorher problemlos frei laufen konnte, kann plötzlich beginnen, Spuren konsequent zu verfolgen.

Das gehört zur genetischen Ausstattung dieser Rasse. Der Dackel wurde über Generationen gezüchtet, um selbstständig Fährten zu verfolgen und Wild aufzuspüren. Diese Anlagen reifen mit zunehmender körperlicher und mentaler Entwicklung.Ein Hund, der bis dahin zuverlässig bei dir geblieben ist, kann plötzlich entscheiden, einer Spur mehrere hundert Meter zu folgen.

Diese Phase bedeutet also keinen Rückschritt in der Erziehung. Sie zeigt vielmehr, dass dein Dackel erwachsen wird.
 


 


 

Typische Anzeichen der Pubertät beim Dackel


 

Mehrere Veränderungen treten in dieser Zeit häufig gemeinsam auf:


 

  • stärkere Reaktion auf Gerüche und Spuren
  • wachsendes Interesse an anderen Hunden
  • häufigeres Markieren beim Rüden
  • geringere Konzentration bei bekannten Kommandos
  • selbstständige Entscheidungen auf Spaziergängen
  • deutlicher wachsender Bewegungsdrang


 


 

Viele Halter beschreiben diese Phase so: Der Dackel versteht jedes Kommando, wägt aber ab, ob es sich gerade lohnt.


 



 

Was jetzt wirklich hilft


 

Die wichtigste Botschaft zuerst: Diese Phase geht vorbei.

Der Dackel entwickelt sich weiter, das Nervensystem stabilisiert sich und mit zunehmender Reife kehrt auch mehr Konzentration zurück. Trotzdem lohnt es sich, in dieser Zeit ein paar Dinge anzupassen.


 


 

Schleppleine statt Risiko


 

Wenn dein Dackel bisher frei laufen durfte, ist jetzt ein guter Zeitpunkt für eine Schleppleine. Sie verhindert unkontrollierte Jagdausflüge und ermöglicht trotzdem Bewegung und Training im Gelände. Viele Dackelhalter erleben genau in dieser Phase die ersten größeren, ungewollten  Ausflüge ihres Dackels. Eine Schleppleine erspart viel Stress.


 


 

Training kurz und klar halten


 

In der Pubertät sinkt die Konzentrationsfähigkeit. Kurze Trainingseinheiten funktionieren deutlich besser als lange Übungen.

Klare Signale, ruhige Wiederholungen und regelmäßige kleine Erfolgserlebnisse helfen dem Hund, sich weiterhin am Menschen zu orientieren.


 


 

Alltag stabil gestalten


 

Junghunde profitieren enorm von einem verlässlichen Tagesablauf. Feste Spazierzeiten, Ruhephasen und regelmäßige Aktivitäten geben Orientierung.

Gerade beim temperamentvollen Dackel sorgt ein klar strukturierter Alltag dafür, dass überschüssige Energie in sinnvolle Bahnen gelenkt wird.


 


 

Humor behalten


 


 

Das klingt banal, ist aber tatsächlich hilfreich. Die Pubertät beim Dackel kann manchmal wie eine Mischung aus Jagdtraining, Comedyprogramm und Geduldsprobe wirken. Viele Halter berichten im Nachhinein, dass gerade diese Phase voller besonderer Momente war. Der junge Dackel entdeckt die Welt, probiert Dinge aus und entwickelt seinen eigenen Charakter.


 


 


 


 

Wann wird der Dackel erwachsen?


Die meisten Dackel erreichen ihre geistige Reife zwischen zwei und drei Jahren. Erst dann ist das Verhalten dauerhaft stabil.
 

Viele Halter erleben in dieser Zeit eine überraschende Veränderung: Der einst stürmische Junghund wird deutlich ruhiger und konzentrierter. Kommandos funktionieren wieder zuverlässiger, Spaziergänge werden entspannter und der Hund wirkt insgesamt ausgeglichener.

Der Dackel bleibt dabei immer ein eigenständiger Charakter. Genau das macht seinen Charme aus.

 

Auf keinen Fall darf man einen Dackel, es sei denn es liege schwerwiegend gesundheitliche Probleme vor, in dieser Phase kastrieren. Viele Dackelbesitzer sind in dieser Phase sehr genervt und denken ernsthaft darüber Nacht.

Aber wenn Du das vor dem 30 Lebensmonat machst, kann sich Dein Dackel nicht fertig entwickeln.

Mehr kannst Du hier lesen Soll man einen Dackel kastrieren lassen?


 

 

Worauf muss ich bei der Pubertät beim Dackel achten?


 

Nächtliches Heulen beim jungen Dackelrüden


 


 

Viele Dackelhalter erleben in der Pubertät folgende Situation:


 

Mitten in der Nacht beginnt der Dackel plötzlich zu jammern. Er läuft im Flur auf und ab, steht vor der Tür und wirkt hochgradig aufgeregt. Natürlich springen wir sofort auf, weil wir glauben, der der Dackel hat Durchfall.

Der junge Dackel wird also in den Garten gelassen. Einige Minuten später steht er wieder vor der Tür. Kaum sind wir wieder im Bett, beginnt das Ganze von vorne.

Spätestens beim zweiten oder dritten Mal entsteht der Verdacht, dass hier etwas anderes dahintersteckt als ein Verdauungsproblem.


 


 

Was tatsächlich dahinter steckt


 


 

Bei jungen Rüden liegt der Grund häufig in der Umgebung.


 

In vielen Wohngebieten lebt irgendwo eine läufige Hündin. Ein Rüde nimmt diese Witterung selbst über große Entfernungen wahr. Die Geruchsstoffe wirken auf ihn enorm stark und lösen eine massive innere Unruhe aus.


 

Der Hund läuft dann nachts durch den Garten, nimmt Witterung auf, rennt am Zaun entlang oder versucht, die Spur aufzunehmen. Für den Besitzer sieht das zunächst so aus, als müsse der Hund ständig hinaus.


 


 

Deshalb lohnt sich ein kurzer Kontrollgang


 


 

Wenn dein Dackel dich nachts mehrfach weckt, hilft ein kurzer Blick nach draußen. Zieh dir schnell etwas über und schau nach, was dein Hund tatsächlich im Garten macht.

Schnüffelt er hektisch am Boden, läuft am Zaun entlang oder sucht konzentriert eine Spur, dann ist die Ursache meist klar. In diesem Moment geht es nicht um Bauchschmerzen, sondern um eine hochinteressante Duftspur.


 


 

Jetzt hilft Konsequenz


 


 

Sobald klar ist, dass dein Dackel keine gesundheitlichen Probleme hat, beginnt der wichtigste Teil: Konsequenz.


 

Der Hund wird wieder ins Haus geholt. Am besten geschieht das ruhig, aber eindeutig. Viele Halter scheuchen den Hund einfach hinein. Genau das wirkt oft am besten, weil damit sofort wieder eine klare Grenze entsteht.


 

Danach heißt es durchhalten.


 

Der junge Rüde kann noch einige Nächte versuchen, seine nächtlichen Ausflüge einzufordern. Wenn du jetzt jedes Mal nachgibst und ihn wieder hinauslässt, verstärkst du dieses Verhalten.


 

Bleib also ruhig und konsequent. Nach wenigen Nächten lässt der Spuk meist nach.


 


 

Wie lange dauert diese Phase?


 


 

Die gute Nachricht: Dieses Verhalten begleitet einen Dackel nicht dauerhaft.


 

Oft tritt es nur dann auf, wenn irgendwo in der Umgebung eine Hündin in den Stehtagen ist. Diese Phase dauert meist nur wenige Tage.


 

Viele Halter erleben das vielleicht ein- oder zweimal im Jahr. Mit zunehmendem Alter wird der Rüde außerdem deutlich gelassener. Spätestens mit zwei bis drei Jahren reagieren viele Dackel wesentlich ruhiger auf solche Duftspuren.


 


 

Muss man deshalb kastrieren?


 Diese Frage taucht in diesem Zusammenhang immer wieder auf. Nächtliches Heulen allein ist kein sinnvoller Grund für eine Kastration. Es handelt sich um ein normales Verhalten eines jungen Rüden, der gerade seine hormonelle Entwicklung durchläuft.

In den meisten Fällen verschwindet dieses Verhalten mit zunehmender Reife ganz von selbst.

 


 

Markieren beim jungen Dackelrüden – wenn jeder Busch plötzlich wichtig wird


 


 

Mit Beginn der Pubertät verändert sich auch das Markierverhalten.

Am Anfang wirkt das noch harmlos. Der junge Rüde hebt gelegentlich sein Bein, oft etwas unbeholfen, manchmal sogar ohne dass wirklich etwas passiert. Viele Halter lächeln darüber, weil es eher wie ein Versuch wirkt.


 

Ein paar Monate später sieht die Situation oft ganz anders aus.


 

Der junge Dackel möchte nun gefühlt an jedem zweiten Grashalm markieren. Jeder Pfosten, jeder Busch, jede Ecke scheint eine Botschaft zu tragen, auf die er antworten möchte. Spaziergänge können dadurch sehr langsam werden, weil der Hund alle paar Meter stehen bleibt.


 

Hier beginnt ein wichtiger Punkt der Erziehung.

Der Hund muss lernen, dass Markieren zwar erlaubt ist, aber nicht jederzeit und nicht überall.


 


 

Warum Markieren so wichtig für den jungen Rüden ist


 


 

Markieren gehört zur sozialen Kommunikation unter Hunden. Über Duftstoffe werden Informationen über Geschlecht, Alter und hormonellen Zustand weitergegeben.


 

Gerade junge Rüden entdecken diese Welt mit großer Intensität. Für sie fühlt sich jeder Spaziergang wie eine riesige Zeitung aus Gerüchen an. Sie lesen diese Spuren und möchten gleichzeitig ihre eigene Duftbotschaft hinterlassen.


 

Das Verhalten ist also völlig normal. Entscheidend ist, dass der Hund trotzdem lernt, sich im Alltag zu orientieren und nicht jeden Spaziergang zu einer endlosen Duftrecherche werden zu lassen.


 


 

Markieren gezielt erlauben statt ständig


 


 

Eine gute Lösung besteht darin, Markieren bewusst zu steuern.


 

Der Hund bekommt auf dem Spaziergang Bereiche, in denen er schnüffeln und markieren darf. Dazwischen gibt es Strecken, in denen er einfach mitläuft.


 

Viele Halter lösen das sehr elegant über unterschiedliche Leinenlängen.


 

Ein Beispiel aus der Pubertät mit meinem Dackel Paul:


 

Vom Haus bis zum Wald ging der junge Hund an kurzer Leine. Der Weg führte etwa fünf- bis sechshundert Meter durch ein Wohngebiet. In dieser Phase lief er ruhig neben seinem Menschen. Der Mensch ging dabei möglichst mittig auf dem Weg, damit der Hund gar nicht erst ständig an den Rand geführt wird.


 

Am Waldrand wurde dann die Schleppleine angelegt. Mit einem klaren Signal durfte der Hund nun seine Umgebung erkunden. Schnüffeln, Spuren verfolgen und auch markieren war in diesem Abschnitt erlaubt.


 

Nach einiger Zeit wechselte die Leine wieder zurück zur kurzen Führung. Später auf dem Spaziergang folgte noch einmal eine längere Phase mit Schleppleine.


 

Dieses Wechselspiel hat einen großen Vorteil. Der Hund versteht sehr schnell, dass es unterschiedliche Phasen auf dem Spaziergang gibt.


 

Es gibt Strecken zum Mitlaufen und Strecken zum Erkunden.


 


 

Übermäßiges Schnüffeln begrenzen

 

Ein weiterer Punkt wird oft unterschätzt.

Ein junger Rüde kann sich manchmal minutenlang an einer einzigen Stelle festlesen. Besonders intensiv reagieren viele Hunde auf Urin von läufigen Hündinnen.

Ein kurzes Schnüffeln ist völlig normal. Wenn der Hund jedoch lange verharrt, sich sehr stark hineinsteigert oder beginnt, an solchen Stellen zu lecken, sollte der Mensch eingreifen.

Gerade dieses Verhalten kann die innere Aufregung stark steigern. Viele Halter wundern sich später über unruhige Nächte oder über einen Hund, der zu Hause kaum zur Ruhe kommt. Oft liegt der Auslöser bereits im Spaziergang.

Deshalb lohnt es sich, solche Situationen früh zu beenden und den Spaziergang ruhig fortzusetzen.

 

Zwei Dinge, die ich in der Pubertät nicht so unbedingt üben würde: 

 

1. Rückruf

2. Antijagdtraining 

Diese beiden Dinge sind in der Pubertät meist ein „Kampf gegen Windmühlen“. Das Beste ist, wir gehen in der Pubertät nur an der Schleppleine spazieren und beschäftigen uns später wieder damit!

 

Was üben wir am besten in der Pubertät 

 

In der Phase der Pubertät sind folgende Übungen am wichtigsten:

Impulskontrolle 

Training geben Ressourcenvereidigung

Ruheübungen 
 

Außerdem liegt unser Focus darauf, die Bindung und Beziehung zum Dackel zu verbessern, vielleicht hilft dir da mein Buch 

Die B Formel ein wenig weiter.

Lege den Hauptfocus deiner Erziehung auf tolle Momente zu zweit. Hier findest Du tolle Ideen Dackelbeschäftigung 


Manchmal ist es so, das ein Rüde in der Pubertät beginnt, im Haus zu markiere. Das ist immer ein Symptom von Stress.

Du solltest dann unbedingt versuchen die Ursache für den Stress herauszufinden. Das kann allgemeine Unruhe, Schlafmangel oder Unsicherheit sein. Genau an diesen Punkten musst Du ansetzen.

Dackelhündin und erste Läufigkeit 


 

Frühzeitig an das Läufigkeitshöschen gewöhnen


Viele Hündinnen tragen während der Läufigkeit in der Wohnung ein Läufigkeitshöschen. Wer damit erst beginnt, wenn die Hündin bereits läufig ist, erlebt häufig Widerstand. Die Hündin versucht das Höschen auszuziehen, läuft unruhig herum oder beschäftigt sich ständig damit.  Viel einfacher ist es, die Gewöhnung früh zu beginnen, zum Beispiel im Alter von vier oder fünf Monaten. Das Höschen wird dann nur kurz angezogen, vielleicht beim Spielen oder vor einem Spaziergang. Die Hündin erlebt dabei etwas Positives und lernt schnell, dass dieses Kleidungsstück nichts Aufregendes ist.

Wenn später die erste Läufigkeit kommt, wird das Ganze zu einer völlig normalen Alltagssituation.

Trotzdem sollte das Höschen nicht ständig getragen werden. Die Hündin hat ein natürliches Bedürfnis, sich zu putzen und die Blutung selbst zu reinigen. Wenn sie dauerhaft ein Höschen trägt, wird dieses Verhalten eingeschränkt.


 

Deshalb ist es sinnvoll, im Alltag immer wieder höschenfreie Zeiten einzuplanen. In Räumen mit leicht zu reinigendem Boden, etwa in der Küche, kann die Hündin problemlos ohne Höschen bleiben. So lernt sie, sich selbst zu pflegen und mit dieser Phase ihres Zyklus umzugehen.


 

Draußen versteht sich das ohnehin von selbst: Beim Spaziergang oder im Garten trägt die Hündin kein Höschen.


 


 


Zwei Monate nach der Läufigkeit kann es zur Scheinträchtigkeit kommen


 


 

Viele Halter wundern sich etwa 60 bis 65 Tage nach den Stehtagen über eine plötzliche Veränderung ihres Hundes.

Die Hündin wirkt anhänglich oder unruhig, trägt Spielzeug herum oder sucht ständig bestimmte Plätze auf. Manche Hündinnen beginnen sogar, Gegenstände zu sammeln und zu bewachen.

Das ist die typische Phase einer Scheinträchtigkeit.


Der Hintergrund liegt in der Hormonsteuerung des Zyklus. Der Körper der Hündin verhält sich eine Zeit lang so, als wäre eine Trächtigkeit vorhanden. Dadurch entstehen Verhaltensweisen, die an eine Mutterhündin erinnern.


 


 

Jetzt ist der richtige Umgang entscheidend


 


 

Viele Menschen reagieren in dieser Phase sehr emotional. Sie bemitleiden ihre Hündin, lassen sie Spielzeug sammeln oder trösten sie besonders intensiv.


 

Genau das verstärkt die Situation.


 

Wenn eine Hündin beginnt, Kuscheltiere herumzutragen oder zu „bemuttern“, sollte man diese Dinge einfach aus der Umgebung entfernen. Je weniger Gegenstände vorhanden sind, die als Ersatzwelpen dienen können, desto schneller beruhigt sich die Situation.


 

Genauso wichtig ist es, nicht ständig auf das Verhalten einzugehen. Eine Hündin, die bemitleidet wird, steigert sich oft noch stärker hinein.


 


 


 


 

Aktiv bleiben hilft am besten


 


 

Der beste Weg durch diese Phase ist Bewegung und Beschäftigung.


 

Auch wenn die Hündin manchmal etwas wehmütig wirkt oder im Haus herumliegt, hilft es, den Alltag aktiv zu gestalten. Spaziergänge, kleine Suchspiele oder andere Aufgaben lenken den Kopf wieder in eine andere Richtung. Gerade Dackel profitieren in dieser Zeit sehr von Nasenarbeit oder kleinen Futtersuchspielen. Solche Aktivitäten bringen Struktur in den Alltag und helfen vielen Hündinnen, schneller wieder in ihren normalen Rhythmus zurückzufinden.


 


 


Gute Nachricht für Halter


Die erste Scheinträchtigkeit wirkt oft besonders intensiv, weil man sie noch nicht kennt. Mit zunehmendem Alter entwickeln viele Hündinnen einen stabileren Zyklus und gehen deutlich ruhiger durch diese Phase.

Wer weiß, was ungefähr zwei Monate nach der Läufigkeit passieren kann, ist darauf vorbereitet und kann gelassen damit umgehen.


 

Entwicklung des Sozialverhalten beim Dackel in der Pubertät 


 

Wenn der erwachsene Dackel nicht mehr jeden Hund mag


 


 

Viele Halter wundern sich im Laufe der Pubertät über eine Veränderung im Sozialverhalten ihres Hundes. Der junge Dackel, der als Welpe begeistert auf jeden Artgenossen zugelaufen ist, zeigt plötzlich deutlich weniger Interesse. Manche knurren andere Hunde an, manche gehen ihnen aus dem Weg, manche reagieren gereizt auf gleichgeschlechtliche Hunde.


 

Das gehört zu einer ganz normalen Entwicklung.


 

Mit zunehmender Reife verändert sich das Sozialverhalten vieler Hunde. Der Dackel wird erwachsen und entwickelt eigene Vorlieben und Abneigungen. Genau wie wir Menschen versteht er sich nicht mehr automatisch mit jedem.


 

Besonders häufig zeigt sich das gegenüber gleichgeschlechtlichen Hunden, oft beim Rüden ab etwa eineinhalb bis zwei Jahren oder bei Hündinnen nach der zweiten Läufigkeit.


 

Viele Dackel haben dann einen kleinen Kreis an Hundefreunden, mit denen alles entspannt bleibt. Mit diesen wenigen vertrauten Partnern funktioniert das Spielen weiterhin problemlos.


 

Andere Hunde interessieren sie dagegen kaum noch oder sie werden bewusst auf Abstand gehalten. Das ist kein Erziehungsfehler und kein Grund zur Sorge.


 

Wichtiger ist, die Signale des eigenen Hundes zu erkennen. Typische Hinweise sind:


 

  • angespannte Körperhaltung
  • fixierender Blick
  • langsames Steifwerden des Körpers
  • Knurren oder kurzes Abblocken
  • Ausweichen oder bewusstes Abstandhalten


 


 

Wenn dein Dackel solche Signale zeigt, akzeptiere das.

Nicht jeder erwachsene Hund möchte mit fremden Artgenossen spielen. Oft ist ein kleiner Kreis vertrauter Hundekontakte völlig ausreichend.


 


 

Wenn der junge Dackel plötzlich im Haus markiert


 

Viele Halter erleben in der Pubertät eine Situation, die sie völlig überrascht. Der Hund war längst stubenrein und plötzlich findet sich wieder eine kleine Pfütze im Haus. Besonders bei jungen Rüden tritt dieses Verhalten häufiger auf.

Der Grund liegt meist nicht darin, dass der Hund die Stubenreinheit „vergessen“ hat. Mit Beginn der Pubertät verändern sich Hormone, Wahrnehmung und innere Anspannung. Manche Hunde reagieren darauf mit Markierverhalten, besonders wenn sie ohnehin sensibel oder schnell gestresst sind. Gerade in aufregenden Phasen kann sich dieser innere Druck entladen. Der Hund setzt dann kleine Markierungen im Haus, obwohl er draußen problemlos löst.

Natürlich hilft es weiterhin, den Hund gut im Blick zu behalten und ihn regelmäßig nach draußen zu bringen. Der entscheidende Ansatz liegt jedoch meist an anderer Stelle: beim Stressniveau des Hundes.

Viele junge Dackel stehen in dieser Zeit mental unter Spannung. Neue Gerüche, Hormone, Umweltreize oder auch viel Trubel im Alltag können dazu beitragen. Deshalb lohnt es sich, den Alltag des Hundes genauer anzuschauen. Hilfreich sind ruhige Tagesabläufe, ausreichend Schlaf und Spaziergänge, die nicht ständig neue Reize bieten. Ein Hund, der zu Hause wirklich entspannen kann, verliert dieses Verhalten oft wieder von selbst.

Wenn dein Dackel im Haus markiert, lohnt sich also immer auch ein Blick auf seine Stress- und Ruhephasen im Alltag. Hier entscheidet sich häufig, ob ein junger Hund wieder stabil zur Ruhe findet.

Hier kannst Du darüber nachlesen : Stress beim Dackel , Impulskontrolle , Ruhetraining 


 

Wenn der Dackel in der Pubertät plötzlich nicht mehr frisst


 


 

Ein weiteres typisches Thema in der Pubertät ist der plötzliche Appetitverlust. Viele Dackelhalter stehen dann ratlos vor dem Futternapf. Der Hund, der bisher begeistert gefressen hat, dreht demonstrativ den Kopf weg und wirkt dabei fast ein bisschen leidend.

Besonders häufig passiert das bei Rüden, wenn irgendwo in der Umgebung eine läufige Hündin unterwegs ist. Die Gerüche wirken so stark, dass Futter in diesem Moment schlicht keine Rolle mehr spielt. Manche Hunde sind gedanklich komplett mit dieser Witterung beschäftigt.

Viele Besitzer machen jetzt einen gut gemeinten, aber unnötigen Fehler. Sie beginnen, ständig neues Futter zu kaufen oder besonders leckere Dinge anzubieten. Dann gibt es plötzlich Leberwurst, Brot oder andere Extras, nur damit der Hund überhaupt etwas frisst.

Das Problem dabei: Der Hund lernt sehr schnell, dass sich dieses Verhalten lohnt.

In den meisten Fällen ist es völlig ausreichend, ruhig zu bleiben. Das Futter wird ganz normal hingestellt und der Hund entscheidet selbst, ob er frisst oder nicht. Trockenfutter eignet sich in dieser Phase besonders gut, weil es einfach stehen bleiben kann. Ein gesunder Dackel hält problemlos einige Tage mit sehr wenig Futter aus. Manche ziehen diese Phase tatsächlich drei oder vier Tage durch, wenn eine besonders spannende Hündin in der Umgebung unterwegs ist.

Sobald sich die Situation hormonell wieder beruhigt, kommt der Appetit ganz von allein zurück.

 


 

Wenn der Dackel plötzlich aus dem Garten verschwindet


 


 

Ein weiteres Problem, das viele Halter in der Pubertät erleben, ist das plötzliche Weglaufen aus dem Garten. Viele Dackel durften bisher problemlos allein kurz in den Garten, etwa wenn man gerade keine Zeit für einen Spaziergang hatte. Man öffnet die Terrassentür, der Hund läuft hinaus, erledigt sein Geschäft und kommt wieder zurück.


 

Und dann kommt irgendwann der Moment, in dem man ihn zurückrufen will – und er ist weg.


 

Gerade in der Pubertät entdecken viele Dackel ihre erstaunlichen Fähigkeiten als Ausbrecher. Sie graben sich unter Zäunen hindurch, drücken sich durch kleine Lücken oder finden Stellen, an denen man selbst nie gedacht hätte, dass ein Hund hindurchpasst. Manchmal reicht auch ein besonders interessanter Geruch in der Umgebung.


 

Besonders häufig passiert das, wenn irgendwo im Ort eine läufige Hündin unterwegs ist. Für einen jungen Rüden kann diese Witterung so stark sein, dass er plötzlich alles daransetzt, den Garten zu verlassen.


 

Die wichtigste Konsequenz daraus ist einfach: Der Dackel bleibt im Garten nicht mehr unbeaufsichtigt.


 

Natürlich kann man versuchen, den Zaun zu sichern oder Schwachstellen zu verbessern. Trotzdem finden viele Dackel immer wieder neue Möglichkeiten. Deshalb ist es meist sinnvoller, den Hund nur noch gemeinsam mit in den Garten zu nehmen.


 

Und wenn in der Umgebung gerade eine Hündin in den Stehtagen ist, wird der Garten für viele Rüden ohnehin zu einer enormen Versuchung. In solchen Phasen ist es oft entspannter, direkt gemeinsam spazieren zu gehen.

 

Wenn Du alles richtig machen willst in der Pubertät deines Dackels, dann ist der beste Weg, es einfach zu akzeptieren, dass dieses eine Jahr halt etwas schwieriger wird, vielleicht auch schwieriger als erwartet. Bitte hüte dich davor, in dieser Phase zu kastrieren, in der Hoffnung, es würde dadurch besser. Es wird sowieso besser. Arbeite intensiv an Ruhe und Stressmanagement und vielleicht denke auch ein wenig an dackelgerechter Beschäftigung.

Tolle Ideen dazu bekommst Du hier : Tolle Beschäftigungen für Deinen Dackel




 

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