Dackelwissen

  Dackelwissen 

Apportieren mit Dackel


 

Was bedeutet Apportieren oder Dummytraining 


 


 

Apportieren bedeutet, dass der Dackel einen Gegenstand aufnimmt, sicher trägt und zum Menschen zurückbringt. Ursprünglich stammt diese Arbeit aus der Jagdhundeausbildung, vor allem bei Retrievern. Doch das Prinzip ist keineswegs auf diese Rassen beschränkt: Mit Geduld und klarer Struktur lässt sich Apportieren mit nahezu jedem Dackel erarbeiten. Für viele Dackel wird es zu einer erfüllenden Beschäftigung, die Jagdtrieb und Beutefreude in kontrollierte Bahnen lenkt.


 

Das Apportieren gliedert sich in drei Hauptformen:


 

Markieren: Der Dackel sieht, wo ein Dummy fällt, merkt sich die Stelle und soll es direkt ansteuern. Anfangs wird dabei bewusst an markanten Punkten (Baum, Busch) geworfen, damit der Dackel die Orientierung leichter behält. Ziel ist, dass er ohne Sucharbeit die Fallstelle gezielt erreicht.


 

Einweisen: Der Dackel kennt die Fallstelle nicht, sondern wird durch die Handzeichen und Signale des Menschen in eine bestimmte Richtung geschickt. „Voran“ bedeutet schnurgerade laufen, wohin die Hand zeigt. Erst auf das Signal „Such“ darf der Dackel den Kopf senken und aufnehmen.


 

Suchen: Hier wird der Dackel in ein begrenztes Gebiet geschickt, um dort selbstständig ein Dummy aufzuspüren. Es gibt kleine Suchen (ca. 5 × 5 m) und große Suchen (bis 40 × 40 m). Auch Schleppen, eine künstlich gelegte Fährte mit Dummy am Ende, gehören in diesen Bereich.

Hier hatte ich schon mal ein bisschen zum Thema apportieren geschrieben: Dackel beschäftigen.

Diese Seite wird jetzt etwas ausführlicher und unten ⬇️ bekommst du auch noch jede Menge Videos, welche Dir gut jeden Schritt erklären⬇️

Dackel Paul selbst ist mit mir bis zur Dummyprüfung Klasse A ausgebildet und mit meinem Flats war ich bis zur Klasse F und in Dänischen Markpröve bis zur Klasse „ Open“ erfolgreich.

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Die ersten Schritte zum Apport

Viele Menschen stellen sich das Apportieren zunächst sehr einfach vor: Man wirft ein Dummy, der Dackel rennt los, nimmt es auf und bringt es brav in die Hand zurück. In der Realität ist dieser Ablauf jedoch hochkomplex und besteht aus einer Reihe von Einzelschritten, die ein Dackel nicht automatisch beherrscht. Wird alles gleichzeitig verlangt, ist Überforderung vorprogrammiert, und die Folge sind Frust, Fehler und oft der Verlust der Freude am gemeinsamen Arbeiten.


Ein Apport setzt sich im Kern aus folgenden Elementen zusammen: Aufnehmen, Festhalten, Tragen, Abgeben. Hinzu kommen später die Elemente von Suche, Markierung oder Einweisen. Jeder dieser Schritte verlangt Konzentration, Selbstbeherrschung und Vertrauen in den Menschen. Deshalb ist es entscheidend, diese Elemente sauber voneinander zu trennen und einzeln zu erarbeiten.


Gerade in der Anfangsphase geht es nicht darum, dass der Dackel sofort ein perfektes „Bringen“ zeigt. Viel wichtiger ist, dass er versteht, was überhaupt von ihm zuerst gewollt ist: 

Das Dummy  aufnehmen, zutragen und in der Nähe des Menschen abgeben…….. das sind die ersten Schritte!

Am Anfag geht es weder um Abgeben in die Hand noch Vorsitzen, ja selbst ein einspringen ( vorzeitiges starten) oder ein leichtes Lautgeben sind am Anfang kein Drama. 

Wenn Du richtig weit kommen willst mit Deinem Dackel oder er ein wirklich guter Jagdhund werden soll, dann lese bitte dieses Buch Die Balance  ( unbezahlte Werbung, da für mich die Bibel zum Thema fairerer Apport, jeder der etwas mehr möchte als einen Wohnzimmerapport, sollte da mal reinschauen)

 

Erst wenn jeder kleine Baustein zuverlässig sitzt, kann man sie später zu einer kompletten Kette zusammenfügen.


 

Dieses stufenweise Vorgehen verhindert, dass der Dackel in Konflikte gerät. Typische Fehler wie Knautschen, Weglaufen oder Fallenlassen entstehen fast immer dann, wenn man zu schnell zu viel verlangt. Geduld, kleine Schritte und das konsequente Aufbauen von Erfolgserlebnissen sind daher die Grundlage für jede Form des Apportierens.


 

Der erste Baustein ist so unscheinbar wie wichtig: Der Dackel soll das Dummy überhaupt erst einmal selbstständig aufnehmen. Hierzu eignet sich das Wohnzimmer als ruhiger, ablenkungsfreier Ort. Wir nehmen hier noch kein Dummy, sondern ein altes Stoffspielzeug, ein Teddy oder einen Arbeitshandschuh. Entscheidend ist, dass es weich ist und sich für den Dackel angenehm ins Maul nehmen lässt.


 

 

Dann beginnt das „Anspielen“: Das Spielzeug wird am Boden bewegt, hin- und hergezogen, sodass es für den Dackel attraktiv wirkt. Greift er danach und nimmt es ins Maul, folgt sofort überschwängliches Lob: „Fein, super, klasse!“, die Stimmung darf emotional sein, um den Trieb zu verstärken.


 

Sobald der Dackel das Objekt aufgenommen hat, wird der Mensch sofort ruhig. Keine weiteren Bewegungen, kein Zerren. Das Signal an den Dackel lautet: „Du hast erreicht, was du wolltest.“ Der Dackel darf das Spielzeug nun eine Weile halten, während der Mensch neutral bleibt. Lässt der Dackel das Spielzeug schließlich von selbst fallen, wird er freundlich gelobt, eventuell mit einem sanften „Dankeschön“. Danach wird das Spielzeug erneut angespielt und der Ablauf wiederholt.


 

In dieser Phase geht es ausschließlich um das Aufnehmen, Halten und Loslassen aus eigenem Antrieb.


 

Wichtig in dieser Phase ist die richtige Dosierung. Die Übung lebt nicht davon, dass sie möglichst oft wiederholt wird, sondern davon, dass sie kurz, klar und erfolgreich bleibt. Zwei bis vier Durchgänge reichen vollkommen aus. Danach ist der Dackel zufrieden und das Gelernte kann sich setzen. Wer zu viel verlangt, riskiert, dass der Dackel unkonzentriert wird, zu knautschen beginnt oder schlicht das Interesse verliert.


 

Gerade in den ersten Tagen sollten diese kurzen Einheiten abends im Wohnzimmer stattfinden, in einer ruhigen und entspannten Atmosphäre. So verknüpft der Dackel die Übung mit Nähe und Geborgenheit. Wichtig ist, dass er lernt: Das Aufnehmen und Festhalten bringt ihm Anerkennung und Zuwendung, nicht Stress.


Dackel können beim Zutragen sehr unterschiedlich reagieren. Manche legen das Spielzeug fast von Beginn an in die Nähe des Menschen, andere tragen es noch einige Meter an der Leine umher, bevor sie es loslassen. Beides ist in dieser Phase ok. Ziel ist nicht, dass der Dackel sofort abgibt, sondern dass er begreift: Das Spiel geht nur weiter, wenn er in der Nähe bleibt. Schon nach wenigen Abenden zeigen viele Dackel von sich aus ein Verhalten, das wie eine kleine Abgabe wirkt, sie lassen das Spielzeug direkt neben dem Menschen fallen oder schieben es sogar in dessen Richtung, weil sie das Spiel irgendwie weiter machen wollten.


 

Damit ist der Grundstein gelegt: Der Dackel erlebt, dass Nähe sich lohnt und Flucht keinen Vorteil bringt. Lese aber bitte alles, damit Du richtig verstehst.

Ein Basisverständnis, wie ich arbeite, ist auf dieser Seite zu lesen : Dackel motivieren 

Der Start zum Apport

Triebarbeit, wie hier auf dem Video zu sehen, ist unter den Profis umstritten, aber für Anfänger, die gar nicht genau wissen, wie sie anfangen sollen, ideal.

Es ist der wirklich allererste Schritt, um überhaupt mal Motivation zu wecken, um euren Dackel in Begeisterung zu versetzen für  diese Arbeit.

Wenn es so aussieht, wie auf dem Video, dann solltet ihr die Übung nicht mehr machen, da ist genügend Begeisterung da😀

Aber wenn euer Dackel gelangweilt von dannen zieht, wenn ihr mit einem Dummy ankommt, dann fangt ihr exakt so an.

Mit Party, Spaß und Action…denn apportieren macht Spaß und hier setzt ihr den Grundstein für ein freudiges Miteinander.

Beim Dackel beginnt ihr bitte mit einem völlig normalen 250gramm Dummy  zb sowas Dummy Romney

‼️Ihr nehmt bitte keinen:

  • Futterbeutel
  • Felldummy
  • 500gr Dummy

Irgnoriert es einfach, wenn jemand euch 1 von diesen Dingen vorschlägt.‼️

Abgabe in die Hand

Die Abgabe in die Hand ist beim Apportieren die ganzen ersten Wochen komplett unwichtig. Wir üben es nur  getrennt von allen anderen Übungen zum Apport. Erst wenn unserer Dackel wirklich 80% sicher und schnell zuträgt, verlangen wir allmählich die Abgabe in die Hand. Auch später, beim weit ausgebildeten Hund, können wir gelegentlich zugunsten der Geschwindigkeit beim Zutragen das eine oder andere Mal darauf verzichten.

Erste Apporte auf begrenzten Raum

Um deinem Dackel gar nicht erst auf die Idee kommen zu lassen, dass man mit einem Dummy abhauen könnte, arbeite auf deutlich begrenzten kaum, so wie hier im Video. Gehe erst raus, wenn das Zutragen wirklich zuverlässig ist.

Unten kommen noch mehr Videos ⬇️

Wohnzimmertraining
Mit Dummy

Sobald deutlich wird, dass der Dackel keine Fluchttendenz mehr zeigt, können die Übungen im Wohnzimmer zum Apportieren erweitert werden. Jetzt darf euer Dackek nicht nur aufnehmen und in der Nähe bleiben, sondern auch erste Bewegungen mit dem Spielzeug im Maul erproben. Dazu gehen wir einige Schritte durchs Wohnzimmer, geben das Signal „Fuß“ und lassen den Dackel für kurze Momente neben uns herlaufen. Ziel ist nicht Perfektion in der Fußarbeit, sondern dass der Dackel freudig und entspannt sein Spielzeug neben dem Menschen trägt.

Falls Du aber noch mal was zum Thema „Fuß“ lesen möchtest, das ist hier „Fusslaufen Schritt für Schritt“


 Auch kleine Sitzübungen mit Spielzeug im Maul sind in dieser Phase sinnvoll. Dabei lernt der Dackel, das Objekt auch in einer statischen Position zu behalten. Manche Dackel tun sich damit schwer und lassen sehr schnell wieder los, andere tragen das Spielzeug stolz umher und setzen sich ohne Probleme. Beide Varianten sind normal.


 Entscheidend ist, den Dackel für jeden gelungenen Moment überschwänglich zu loben.


 Hat der Dackel begonnen, das Spielzeug länger festzuhalten, kann bereits die Berührung am Dummy geübt werden. Zunächst tippen wir das Spielzeug mit den Fingern leicht an, ohne dass der Dackel loslassen soll. Kann er diese Berührung aushalten, ist ein wichtiger Grundstein gelegt.


 Diese Übungen bleiben kurz und spielerisch. Jede kleine Steigerung, ein paar Schritte tragen, ein kurzes Sitzen mit Spielzeug im Maul, das Aushalten einer Berührung, festigt das Fundament für das spätere zuverlässige Tragen und Halten.


 Während die Wohnzimmerübung läuft, können wir auch eine zweite Übung parallel laufen lassen: die Flurübung. ( siehe Video oben ⬆️ ) Sie nutzt die Begeisterung des Dackels für Bewegung und Beute, ohne ihn in die Versuchung zu bringen, mit dem Spielzeug wegzulaufen.


 

Benötigt wird ein enger Raum wie ein schmaler Flur oder draußen eine abgezäunte Gasse. Wichtig ist, dass der Dackel nach vorn laufen kann, aber seitlich oder nach hinten keine Ausweichmöglichkeit hat. Der Dackel sitzt neben dem Menschen, die Hand des Menschen liegt sanft auf seiner Brust oder die Leine hängt locker am Hals, um ihn zurückzuhalten. Nun wird das Spielzeug, noch kein richtiges Dummy, mit einem fröhlichen Geräusch wie zum Beispiel „Jipp!“ ans Ende des Flurs geworfen. Nach einem kurzen Zählen bis drei wird die Hand gelöst oder die Leine freigegeben und der Dackel darf voller Freude losstürmen. Wir nutzen noch kein Kommando.


 

Er wird das Spielzeug begeistert aufnehmen und sich dann umdrehen. Da er nicht weglaufen kann, bleibt nur die Rückkehr. Nun geht der Mensch in die Hocke, ruft fröhlich, klatscht in die Hände oder bewegt sich ein Stück rückwärts, alles Signale, die den Dackel dazu animieren, zu seinem Menschen zurückzukommen.


 

Kommt er freudig an, wird er überschwänglich geknuddelt und gelobt. Hier können wir wieder mehrfach das Wort „Danke“ oder „Dankeschön“ verwenden, der Dackel soll es genau mit diesem freudigen Moment verknüpfen. Wichtig: Das Spielzeug bleibt in dieser Trieblage im Maul, es wird nicht sofort abgenommen. Erst nach vielen Sekunden, wenn der Dackel von selbst ruhiger wird, darf er es fallen lassen, am besten direkt in die Hand seines Besitzers.


 

Wenn die ersten beiden Übungen sicher funktionieren, folgt als nächster Baustein die Abgabe in die Hand. Bevor diese Übung beginnt, muss der Dackel jedoch ein Markerwort kennen. Ob Klicker oder ein kurzes Wort wie „Brav“, wichtig ist, dass der Dackel es bereits zuverlässig mit korrektem Verhalten verknüpft hat. Nur so versteht er, dass genau der Moment, in dem er das Spielzeug in die Hand gibt, zum Erfolg führt.


 Für diese Übung wird dasselbe Spielzeug wie zuvor verwendet. Es bleibt bewusst immer das gleiche Objekt, damit der Dackel eine klare Verknüpfung aufbauen kann. Das Spielzeug liegt diesmal einfach neben uns am Boden, ohne dass es angespielt oder geworfen wird. Der Dackel wird sich zunächst wundern, genau diese ruhige Situation brauchen wir. Nimmt er das Spielzeug von selbst auf, halten wir ruhig unsere Hand darunter und sagen freundlich „Danke“ oder „Dankeschön“. Dieses Signal kennt der Dackel bereits aus den Vorübungen.


 Sobald das Spielzeug in unsere Hand fällt, folgt sofort die hochwertige Belohnung: ein kleines Stück Käse oder Wurst aus der anderen Hand wird direkt ins Maul gegeben. So erlebt der Dackel die Abgabe als doppelt lohnend, Lob und Belohnung gehen Hand in Hand.


 Wichtig: Diese Übung bleibt zunächst komplett isoliert. Sie wird nicht mit dem Werfen oder Suchen verbunden, sondern nur als einzelner Baustein geübt. Manche Dackel tun sich mit der Abgabe schwer. Daher gilt: kein Druck, kein Zwang, sondern geduldig in vielen kurzen Einheiten trainieren, bis die Verknüpfung sitzt.


 

Sobald die drei Basisübungen, Aufnehmen, Tragen im Wohnzimmer und erste Abgabe in die Hand, sicher angelaufen sind, kann das Training schrittweise nach draußen verlagert werden. Perfektion ist an dieser Stelle noch nicht notwendig. Wichtig ist allein, dass der Dackel verstanden hat: Es macht Freude, ein Spielzeug aufzunehmen, in der Nähe des Menschen zu bleiben und das Spiel gemeinsam fortzusetzen.


 

Der Einstieg gelingt am einfachsten im Garten oder auf einer kleinen Wiese. Der Dackel wird neben uns ins Sitz gebracht, wir werfen das bekannte Spielzeug etwa zehn Meter nach vorn und warten kurz, bevor wir ihn freigeben. In dieser Phase geht es noch nicht darum, dass er sauber in die Hand abgibt. Vielmehr reicht es, wenn er das Spielzeug freudig aufnimmt, mit uns in Kontakt bleibt und es in unserer Nähe fallen lässt. Schon das einfache Vor-die-Füße-Werfen ist in diesem Stadium ein großer Fortschritt.


 

Wichtig ist, die Stimmung leicht und positiv zu halten. Der Dackel soll spüren, dass sein Zurückkommen den Beginn einer neuen, spannenden Runde bedeutet. Sobald er verstanden hat, dass die Beute nicht zur Flucht taugt, sondern das gemeinsame Spiel nur bei uns weitergeht, ist der Moment gekommen, auf ein echtes Arbeits-Dummy umzusteigen. Dieses hat eine andere Konsistenz als das bisherige Spielzeug und vermittelt dem Dackel, dass es sich nun um eine ernstere Aufgabe handelt.


 

So entsteht Schritt für Schritt die Brücke vom spielerischen Grundaufbau zur systematischen Dummyarbeit.


 

Mit den beschriebenen Basisübungen haben Sie die wichtigsten Bausteine für das Apportieren kennengelernt: das freudige Aufnehmen, das Tragen in der Nähe des Menschen, die ersten Schritte zur Abgabe und schließlich den Übergang ins Freie. Schon mit diesen einfachen Elementen können Sie Ihrem Dackel eine wertvolle Beschäftigung bieten, die seinen Jagd- und Beutetrieb in geordnete Bahnen lenkt und die Zusammenarbeit zwischen Ihnen beiden stärkt.


 

Schnell werden Sie merken, wie viel Freude Ihr Dackel daran hat, ein Dummy aufzunehmen und zu Ihnen zu bringen. Vielleicht haben Sie sogar schon erste kleine Suchspiele ausprobiert und gesehen, wie motiviert Ihr Dackel dabei arbeitet. Spätestens hier zeigt sich: Dummyarbeit ist ein faszinierendes Feld, das sich unendlich vertiefen lässt, mit unterschiedlichen Apportarten, Suchaufgaben und Einweisungen auf Distanz.


 

Clickern und Apportieren 

 

 

Wenn Dein Dackel  auf das Clickern konditioniert ist, ist das eine perfekte Ergänzung für einen schönen Apport

Das Festhalten eines Dummys (Apportel) im Dummytraining lässt sich hervorragend mit dem Clicker aufbauen, um ein ruhiges, festes Halten ohne „Knautschen“ (Kauen auf dem Dummy) zu erreichen. Die Methode basiert auf positiver Verstärkung und kleinschrittigem Aufbau (Shaping).


 

Hier ist eine Schritt-für-Schritt-Anleitung:


 


 

1. Vorbereitung & Konditionierung


 


 

  • Clicker „laden“: Dein Dackel muss verstehen, dass Click = Belohnung bedeutet. Click, Leckerli, Click, Leckerli, etwa 10–20 Mal.
  • Position: Setz dich mit deinem Dackel an einen ruhigen Ort ohne Ablenkung. Dein Dackel sollte in Grundstellung (neben dir oder vor dir) sitzen.
  • Dummy: Verwende ein leichtes Dummy oder ein spezielles Apportierholz.


 


 


 

2. Der Trainingsaufbau (Schritt-für-Schritt)


 


 

  • Schritt 1: Berühren
    • Halte das Dummy hin. Sobald dein Dackel es mit der Schnauze berührt: Click & Belohnung.

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  • Schritt 2: Ins Maul nehmen
    • Belohne das Schnappen nach dem Dummy. Sobald er es kurz hält: Click & Belohnung.

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  • Schritt 3: Festhalten (Dauer erhöhen)
    • Dein Dackel nimmt das Dummy. Du lässt es nicht sofort los. Du hältst das Dummy mit fest, während dein Dackel es im Maul hat.
    • Warte eine Sekunde, während er ruhig hält. Click & Belohnung.
    • Tipp: Verlängere die Dauer schrittweise (1 Sekunde, 3 Sekunden, 5 Sekunden).

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  • Schritt 4: Hände weg (Selbstständigkeit)
    • Löse langsam deine Hände vom Dummy, während er es hält. Wenn er es kurz hält, ohne dass du hilfst: Click & Belohnung.

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  • Schritt 5: Abgabe in die Hand
    • Übe, dass dein Dackel das Dummy in deine offene Hand legt, anstatt es fallen zu lassen. Klickere den Moment, in dem er es dir übergibt.

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3. Wichtige Tipps


 


 

  • Kein Knautschen: Wenn dein Dackel auf dem Dummy herumkaut, nicht klicken. Klicke nur, wenn das Dummy still im Maul liegt. Um Knautschen zu vermeiden, kannst du das Dummy während des Haltens leicht an den Seiten festhalten.
  • Reaktionsschnelligkeit: Klicke genau im richtigen Moment, nicht erst, wenn er das Dummy schon wieder ausspuckt.
  • Ruhe: Führe das Training ruhig durch. Wenn dein Dackel zu aufgeregt ist, sinkt die Konzentration.
  • „Danke“ / „Aus“: Führe erst nach sicherem Halten ein Signalwort für das Auslassen ein.


 

Wenn Du noch keine Erfahrungen im Clickertraining hast, empfehle ich Dir die Clickerbox  :  Hunde - Clickerbox Hundetraining leicht gemacht

Macht wirklich super viel Spaß!

Die ersten Apporte draußen 

Bevor Du die ersten Apporte draußen machst, sollte Dein Dackel ein Basisverständnis dafür haben, was das Kommando „voran“ bedeutet. Das habe ich Dir hier erklärt „Schritt für Schritt zum sauberen Voran“.

Bitte denke daran, dass nichts perfekt sein muss, dein Dackel soll rauslaufen, aufnehmen und zutragen….und Mega viel Spaß haben. Verzichte lange auf Vorsitz, ja sogar auf die Abgabe in die Hand und zwar so lange, bis dieser Ablauf vom Video sicher funktioniert.

Die Suche


 

Die Suche aufbauen – ganz einfach am Anfang


 


 

Jetzt bringen wir unserem Dackel die Suche bei. Und zwar bewusst sehr einfach, damit er überhaupt erst einmal versteht, was jetzt von ihm erwartet wird.


 

Du suchst dir dafür ein kleines Gebüsch oder ein Stück Wiese mit etwas Bewuchs aus. Nichts Großes, nichts Schwieriges. Dein Dackel sitzt davor und wartet. Dann gehst du ein paar Schritte nach vorne, wirklich nur vier, fünf, maximal zehn Meter.


 

Jetzt kommt der wichtige Teil:

Du wirfst das Dummy mit einem fröhlichen Geräusch in das Gebüsch hinein. Zum Beispiel ein klares „Hep“. Du kannst dabei ruhig auch in die Hände klatschen oder dich ein bisschen lebendig bewegen. Es darf lustig sein. Es darf auffallen. Es soll für deinen Dackel spannend wirken.


 

Danach gehst du wieder zu deinem Dackel zurück. In diesem Moment ist genau das gewünscht, was jetzt passiert: Er ist ein bisschen aufgeregt, neugierig und gespannt, was du da hinten gerade Lustiges gemacht hast.


 

Dann sagst du dein Kommando „Such“ und schickst ihn los.


 

Natürlich weiß dein Dackel zu diesem Zeitpunkt noch nicht, was „Such“ bedeutet. Das ist völlig egal. Er wird aus reiner Neugier genau in das Gebüsch laufen, in dem das Geräusch war. Dort findet er ein Dummy, das er bereits kennt, und wird es begeistert aufnehmen.


 

Jetzt kann es passieren, dass dein Dackel erstmal komplett eskaliert. Er rennt im Kreis, wirft das Dummy vielleicht hoch, fängt es wieder auf oder zeigt einfach ungefilterte Freude. Das ist kein Fehler. Das ist genau das, was wir am Anfang wollen.


 

Ganz wichtig:

In diesem Moment nicht bremsen, nicht schimpfen, nicht korrigieren. Wir bestrafen keine Freude. Wir feiern sie.


 

Du gehst mit in die Begeisterung, lobst ihn überschwänglich, freust dich mit ihm und lässt diese kleine Party bewusst zu. Erst danach lässt du wieder Ruhe einkehren, forderst die Abgabe ein und belohnst ihn großzügig.


 

Hier darf es auch wirklich hochwertig sein: Wurst, Käse, Leberwurst. Alles, was deinem Dackel deutlich macht, dass sich Suchen und Finden richtig lohnen.


 

Der entscheidende Punkt in dieser Phase ist nicht Kontrolle, sondern Bedeutung. Dein Dackel soll verstehen:

Suchen, finden und zurückkommen ist genau das, was du von ihm willst. Und das fühlt sich richtig gut an.

 

Fehlerfrei muss hier noch gar nichts sein. Ordnung kommt später.

Jetzt geht es nur darum, dass dein Dackel mit voller Überzeugung lernt: Suchen lohnt sich.


 

Die Suche schrittweise ruhiger aufbauen


 


 

Erst nach und nach gestalten wir das Ganze ruhiger und strukturierter. Am Anfang darf Suche wild, laut und begeistert sein. Ordnung kommt später. Wenn dein Dackel verstanden hat, worum es geht, gleichen wir den Ablauf immer mehr an das an, was er bereits vom Voran kennt.


 

Du setzt deinen Dackel nun neben dir ab. Die Situation ist ruhig. Keine Aufregung, kein Herumgehüpfe. Mit der Hand machst du eine flache, kreisende Bewegung und sagst dabei dein Kommando „Such“. Erst danach schickst du deinen Dackel in das Gebüsch.


 

Diese klare Abfolge ist wichtig:

Absetzen, Handzeichen, Kommando, Losschicken.


 

So lernt dein Dackel, dass Suche nicht aus hektischem Losrennen besteht, sondern aus einer klaren Aufgabe, die er gemeinsam mit dir ausführt.


 

Sobald du das Gefühl hast, dass dein Dackel das Kommando „Such“ verstanden hat, also weiß, was dieses Wort bedeutet, kannst du einen weiteren Schritt gehen. Jetzt muss er das Dummy nicht mehr vorher gesehen haben.


 

Das lässt sich wunderbar in den Spaziergang einbauen. Dein Dackel ist gerade mit etwas anderem beschäftigt, schnüffelt oder schaut in die Gegend. Du gehst ein paar Schritte weiter, versteckst unauffällig das Dummy im Gebüsch und holst ihn anschließend ruhig zu dir ins Fuß.


 

Dann folgt wieder der bekannte Ablauf:

Absetzen, Handzeichen, „Such“.


 

Dein Dackel wird nun beginnen, wirklich zu arbeiten. Er sucht nicht mehr dort, wo es gerade lustig war, sondern dort, wo du ihn hinschickst. Genau hier beginnt echte Sucharbeit.


 

Ein ganz wichtiger Punkt begleitet das Dummytraining über lange Zeit:

Wir arbeiten im gesamten ersten Jahr mit nur einem einzigen Dummy.


 

 


 

Kreativ werden

Wenn Du bis hierher gekommen bist, hast Du eine Basis gelegt für viele spannende Abenteuer im Wald. Ich bin mir sicher, Dir werden wie von selber interessante Aufgaben zum apportieren einfallen und Dein Dackel wird begeistert mitmachen wollen. Apportieren und Dummytraining geht noch viel weiter. Es gibt so viele tolle Aufgaben und vielleicht willst Du ja auch mal eine Prüfung machen?

Du kannst eine Dummyprüfung im Golden Retrieverclub machen, die leichteste Prüfung ist total gut zu schaffen und wir haben das schon mit mehreren Dackeln gut absolviert.

Wenn Dein Dackel über FCI Papiere verfügt, kannst Du Deine Prüfung auch im DRC machen, allerdings ist die etwas schwerer und Dein Dackel muss. 500 gr sicher aufnehmen und auch das Markieren beherrschen. Dafür machst Du am besten einen ganzen Kurs dort.

Die Übungen und Trainingsschritte werde ich demnächst hier beschreiben, aber auch dieses Buch ist gut ( und natürlich komplexer)

Retriever Schule Welpen 

Lass Dich nicht davon irritieren, dass es ein Welpen Buch ist, es ist eigentlich eher ein Anfänger Buch

Steadiness 

Wenn unser Dackel schon gut auf das Voran reagiert und uns das Dummy fast immer fein zurück bring und auch in der  Suche freudig mitarbeitet, ist es wichtig, ihn im Steadiness zu trainieren, damit wir zu den Markierungen kommen können. 

Markierungen sind geworfene Dummys, dazu später mehr ⬇️.

Steadiness bedeutet, dass der Dackel vor dem Apport still sitzt und wartet, bis er dran ist. Er darf weder einspringen ( also vor dem Kommando starten), noch Laute von sich geben ( weder fiepen, noch bellen) .

Über reine Startlaute, also ein Laut nach der Freigabe, können wir noch hinweg sehen, dazu später mehr.


 

Steadiness im Dummytraining – was dein Dackel zuerst lernen muss


 


 

Steadiness beginnt nicht damit, dass dein Dackel ruhig wartet, während er innerlich schon explodiert. Steadiness beginnt mit einer viel grundsätzlicheren Erkenntnis: Nicht jedes Dummy ist automatisch für ihn bestimmt.


Eine der ersten und wichtigsten Übungen ist deshalb denkbar einfach. Du setzt deinen Dackel ab. Dann wirfst du das Dummy sichtbar nach vorne. Dein Dackel bleibt sitzen oder liegen. Du gehst selbst los, holst das Dummy und kommst damit ruhig zurück. Kein Kommando, keine Erklärung. Diese Übung wirkt unscheinbar, hat aber eine enorme Wirkung. Dein Dackel lernt, dass Bewegung, Wurf und Dummy allein noch keine Freigabe bedeuten. Du entscheidest, wer arbeitet.


 

Die zweite zentrale Übung zielt direkt auf die Impulskontrolle. Dein Dackel liegt im Platz oder sitzt ruhig neben dir. Dann wirfst du das Dummy über ihn hinweg, an ihm vorbei oder wirfst es kurz in die Luft und fängst es wieder auf, gern mit einem fröhlichen Geräusch. Auch hier passiert für deinen Dackel erst einmal nichts. Er bleibt liegen oder sitzen, während die Beute sich bewegt. Diese Übungen solltest du regelmäßig einbauen, gern auch unabhängig vom eigentlichen Dummytraining. Sie schulen Gelassenheit im Alltag und verhindern, dass sich Erwartung hochschaukelt.


 

Beim eigentlichen Dummytraining gilt eine klare Regel: Kein Start aus Unruhe heraus. Fiept dein Dackel oder hebt er schon heimlich das Hinterteil, wird nicht geschickt. Viele Dackel sind darin erstaunlich geschickt. In diesem Moment wird nicht diskutiert. Du setzt ihn ruhig neu ab oder gehst selbst los und holst das Dummy selbst.

Auch wenn Dein Dackel mal einspringt, ist es wichtig, dass Dein Helfer immer schnell zum Dummy rennt und es weg nimmst. Jeder Erfolg, den Dein Dackel beim Einspringen oder Lautgeben hat, wirft Dich im Training zurück.
 

Dein Dackel muss lernen, dass innere Unruhe Konsequenzen hat. Nicht Strafe, sondern Arbeitsverlust. Genau daraus entsteht echte Steadiness: aus Klarheit, Konsequenz und der Erfahrung, dass Ruhe der einzige Weg zur Aufgabe ist.

Achtung: das was ich hier schreibe, sehen viel „alteingesessene“ Jäger im Dackelvereinen völlig anders und schicken ihren Dackel laut brüllend zu einem Apport, weil sie es „cool“ finden, dass der Dackel so „triebig“ ist.

Aber ich schwöre: er bleibt auch triebig, wenn er steady bleiben muss! Wir verderben uns den Dackel für sämtliche Prüfungen in anderen Vereinen, wenn wir ihn nicht steady machen.

Und: selbst wenn wir nur zum Spaß und ohne Prüfungsgedanken in einer Gruppe in einer Hundeschule mitmachen wollen, muss der Dackel auch ruhig und steady sein und auch im Training in einer gemischten Jagdhund Traininggruppe.

 


 

 

Markieren


 

Markieren – die dritte Disziplin im Dummytraining


 

Wenn dein Dackel alle bisher beschriebenen Schritte sicher beherrscht, also voran und die Suche, Zutragen und Steadiness, kannst du mit dem Markieren beginnen. Markieren ist die dritte klassische Disziplin im Dummytraining und stellt ganz andere Anforderungen als die Suche.


Bevor wir in die Praxis gehen, ist wichtig, erst einmal zu klären, was Markieren überhaupt bedeutet. Beim Markieren wird das Dummy nicht versteckt oder ausgelegt, sondern sichtbar geworfen. Der Dackel sieht den Flug des Dummys, merkt sich die Flugbahn und soll später möglichst direkt dorthin laufen, wo es gelandet ist. In der jagdlichen Arbeit wird dieser Wurf oft durch ein lautes Geräusch oder einen Schuss begleitet. Im Training reicht ein deutliches Wurfgeräusch völlig aus.


 

Markieren ist keine natürliche Stärke des Dackels. Er ist kein Retriever, der auf diese Arbeit gezüchtet wurde. Genau deshalb braucht dieser Aufbau Zeit, klare Bilder und gute Vorbereitung. Am besten übt ihr das Markieren zu zweit. Du bist mit deinem Dackel zusammen, eine zweite Person übernimmt das Werfen. Von Zeit zu Zeit kann man auch alleine üben, aber für den Einstieg ist das Arbeiten mit einem Helfer deutlich sinnvoller.


 

Der Trainingsort sollte bewusst einfach gewählt werden. Kein hohes Gras, kein dichtes Gebüsch. Ideal ist eine flache Wiese. Das Dummy wird so geworfen, dass sich im Hintergrund ein gut sichtbarer Orientierungspunkt befindet, zum Beispiel ein Busch oder ein Baum. Gibt es keine natürlichen Merkmale, kannst du mit einem Markierstab oder einer kleinen Fahne arbeiten. Diese Orientierung hilft deinem Dackel, sich die Fallstelle zu merken und während des Laufens auszurichten.


 

Der Ablauf ist klar:

Der Helfer wirft das Dummy, dein Dackel darf zuschauen. Er bleibt ruhig sitzen oder liegen. Erst wenn er steady ist, schickst du ihn los. Ziel ist, dass er ohne Suche, oder mit minimaler Suche, direkt zur Fallstelle läuft und das Dummy aufnimmt.

 

Um es deinem Dackel leichter zu machen, darfst du visuell unterstützen. Ein weißes Dummy, eine weiße Socke über dem Dummy oder weiß-rote Flatterbänder erhöhen die Sichtbarkeit deutlich. Gerade am Anfang ist das kein Trick, sondern sinnvolle Hilfe.


 Markieren bedeutet für den Dackel vor allem eines: sehen, merken, laufen. Je klarer du diese Bilder aufbaust, desto besser wird er verstehen, was von ihm erwartet wird

 


 

Typische Fehler und Schwierigkeiten beim Markieren


 


 

Beim Markieren stößt man mit dem Dackel schnell an ganz eigene Grenzen. Das ist weder überraschend noch problematisch, sondern schlicht rassetypisch. Der Dackel ist nicht dafür gezüchtet worden, sich Flugbahnen zu merken. Was ihm in der Regel großen Spaß macht, ist alles, was fliegt, Geräusche macht und Bewegung erzeugt. Das genaue Merken der Fallstelle hingegen ist für viele Dackel eher nebensächlich. Nach dem Motto: Ich renne da mal hin, suchen kann ich dann immer noch.


 

Gerade am Anfang des Trainings darf dieses Verhalten noch toleriert werden. Es ist nicht schlimm, wenn dein Dackel zunächst nur grob zur Fallstelle läuft und dann in die Suche übergeht. Problematisch wird es erst dann, wenn er dieses Vorgehen dauerhaft wählt, weil es für ihn einfach praktischer ist.


 

Wenn du merkst, dass dein Dackel regelmäßig zur ungefähren Fallstelle läuft und sofort anfängt zu suchen, solltest du beginnen, daran zu arbeiten. Eine sehr wirksame Maßnahme ist dabei der aktive Eingriff des Helfers. Während dein Dackel an der Fallstelle sucht, läuft der Helfer hin und nimmt das Dummy demonstrativ weg. Dein Dackel darf das ruhig sehen. In den meisten Fällen reicht dieser Moment bereits aus. Viele Dackel denken dann: Moment mal, wenn ich trödle oder suche, ist die Beute weg. Das führt oft ganz von selbst dazu, dass sie beim nächsten Wurf genauer hinschauen und zielgerichteter laufen. Dieser Schritt ist in der Praxis erstaunlich häufig schon ausreichend.


 

Wenn sich dadurch nichts verändert, ist das kein Ungehorsam, sondern ein klares Zeichen, dass der Aufbau zu schwer war. Dann heißt es: zurück zu den Grundlagen. Der Abstand war zu groß oder das Gelände zu anspruchsvoll. In diesem Fall reduzierst du die Entfernung deutlich. Der Helfer steht nur noch etwa zehn Meter entfernt, wirft das Dummy mit einem sehr deutlichen Geräusch und du schickst deinen Dackel zeitnah los. Kein langes Sitzen, kein Warten.


 

Je kürzer die Distanz und je klarer das Bild, desto leichter fällt es deinem Dackel, die Fallstelle wirklich zu markieren. Erst wenn das wieder zuverlässig klappt, wird die Entfernung langsam gesteigert.


 

Beim Markieren gilt besonders: Qualität geht vor Strecke. Genaues Hinschauen und direktes Laufen sind wichtiger als Distanz oder Schwierigkeit.


Eine zweite typische Schwierigkeit beim Markieren ist die zunehmende Unruhe. Markierungen sind aufregend, da fliegt etwas, es gibt Geräusch und Bewegung, und genau das führt schnell dazu, dass der Dackel wieder anfängt zu fiepen oder einzuspringen. Das ist kein dackeltypisches Problem, das passiert bei fast jedem Hund. Deshalb gilt als Faustregel: eine Markierung auf etwa zehn Apporte. Suche und Einweisen kannst du deutlich häufiger üben, Markierungen solltest du bewusst sparsam einsetzen, um Ruhe und Steadiness zu erhalten.
 

Wasserapport


 

Wasserapport – die letzte Disziplin auf Anfängerniveau


 


 

Wenn dein Dackel im Markieren sicher geworden ist, folgt als letzte Disziplin auf Anfängerniveau der Wasserapport. Auch dieser kommt in Prüfungen vor, unter anderem im DTK. Der Wasserapport ist im Kern nichts anderes als eine Markierung im Wasser. Es handelt sich also nicht um eine Suche. Suchen, Voran oder Einweisen im Wasser gehören zu späteren Prüfungsstufen und spielen hier noch keine Rolle.


 

Voraussetzung für den Wasserapport sind alle Übungen, die du bisher aufgebaut hast. Dein Dackel muss steady sein und er muss sicher schwimmen können. Bevor du überhaupt an Dummyarbeit im Wasser denkst, sollte dein Dackel freudig ins Wasser gehen. Das kannst du spielerisch vorbereiten, zum Beispiel beim Strandspaziergang oder am See, indem du einen Ball oder ein Spielzeug ins Wasser wirfst und ihn ganz locker holen lässt.


 

Der eigentliche Wasserapport beginnt dann sehr schlicht. Du hast deinen Dackel im Fuß, das Dummy wird ins offene Wasser geworfen und du schickst ihn los. Diese Situation probierst du zunächst nur ein- bis zweimal aus. Schon hier zeigt sich oft die größte Schwierigkeit: Schüttel nach dem Wasserapport


 

Viele Dackel wollen sich sofort schütteln, sobald sie mit den Pfoten wieder Land unter sich spüren. Um das am Anfang zu vermeiden, stellst du dich direkt an die Uferkante. Kommt dein Dackel aus dem Wasser, nimmst du ihm das Dummy sofort ab und gibst ihm dann bewusst das Signal „Schütteln“. So lernt er: Nicht automatisch schütteln, sondern erst nach Freigabe.


 

Erst später verlängerst du die Strecke. Du motivierst deinen Dackel mit lustigen Geräuschen, Klatschen oder indem du rückwärtsgehst, damit er mit Dummy im Maul zu dir kommt. Siehst du, dass es kaum noch geht, erlaubst du das Schütteln. Dass das Dummy dabei herunterfällt, ist in dieser Phase egal. Mit der Zeit merkt dein Dackel, dass er das Aushalten überlebt.


 

Gelegentlich kannst du zusätzlich einen Trick einsetzen: Dein Dackel kommt mit Dummy aus dem Wasser und du wirfst vom Ufer weg einen Tennisball. Er wird das Dummy fallen lassen und dem Ball hinterherjagen. Das ist kein sauberer Apport, aber eine wirksame Hilfe, um das reflexhafte Schütteln zu unterbrechen. Nicht regelmäßig, nur punktuell.

Erst wenn Dein Dackel sicher so 10 Meter ohne sich zu schütteln nach dem Wasser zu dir laufen kann, verlangst Du die Abgabe in die Hand 


 

Für den Einstieg reicht das vollkommen aus. Mehr braucht es für den Wasserapport auf Anfängerniveau nicht.


 

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