Dackelwissen

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Tigerdackel 


 

Steckbrief: Tigerdackel (Merle-Dackel)

 

Umgangssprachliche Bezeichnung:

Tigerdackel


 

Offizielle Farbbezeichnung:

Merle 


 

Rassestatus:

Dackel (Teckel), die Farbe Merle ist anerkannt

Der Begriff „Tigerdackel“ bezeichnet keine eigene Rasse


 

Anerkennung:

FCI-anerkannte Farbvariante

Anerkannt im Deutschen Teckelklub (DTK)

Zulässig gemäß gültigem FCI-Standard für Dackel


 

Vorkommen bei:

Kurzhaar-Dackel

Langhaar-Dackel

Rauhaar-Dackel


 

Grundfarben:

Schwarz-merle

Braun-merle (schoko-merle)

Seltener auch rot-merle


 

Typisches Erscheinungsbild:

Unregelmäßige Aufhellungen im Fell

Fleckige, wolkige oder gesprenkelte Zeichnung

Jeder Merle-Dackel ist individuell gezeichnet


 

Augenfarbe:

  • Braun
  • Bernstein
  • Hell
  • Blau


 

Genetische Grundlage:

Merle-Gen (M-Gen), verantwortlich für die typische Musterung des Fells


 

Charakter:

Entspricht dem normalen Dackeltyp

Keine wesensmäßigen Besonderheiten aufgrund der Farbe


 

Züchterische Besonderheit:

Merle darf nicht mit Merle verpaart werden

Doppel-Merle-Verpaarungen sind aus gesundheitlichen Gründen ausgeschlossen


 

Gesundheit:

Einfacher Merle-Dackel ist bei verantwortungsvoller Zucht in der Regel genauso gesund wie ein Dackel jeder anderen Farbe gemäß FCI Standard.

Gesundheitsprobleme entstehen fast ausschließlich durch falsche Verpaarungen

 

Wenn Du genauer wissen möchtest, wie die die verschiedenen Dackelrassen im Alltag sind oder Du vielleicht schon den Gedanken hegst, das bald ein Tigerdackel bei Dir einziehen soll, dann schau doch mal bei der Auswahl der Dackelbücher vorbei. 

Ich ( Daniela Dührkop) habe 3 Dackelbücher für Dich geschrieben:

Dackelwelpen - von Anfang an alles richtig machen

Dackel - Grundwissen für Dackelanfänger

Der Dackel - Dackelerziehung Schritt für Schritt


 

Tigerdackel

Der Tigerdackel gehört zu den auffälligsten Varianten dieser Rasse. Sein charakteristisches Merle-Muster, das viele auch als „gefleckter Dackel“ kennen, verleiht ihm einen besonderen Ausdruck, der unter Liebhabern viel Aufmerksamkeit bekommt. Doch hinter der schönen Zeichnung steht ein genetisches Thema, das man verstehen sollte, bevor man sich für einen solchen Hund entscheidet. Hier erfährst du, worauf es wirklich ankommt, welche Besonderheiten die Farbe mit sich bringt.

Hier kannst Du mehr Infos bekommen

Dackelguide für Anfänger

Der Dackelguide für Anfänger ist ein PDF zum direkten Download für Deine15 wichtigsten Fragen

Tigerdackel Wesen

Das Wesen eines Tigerdackels unterscheidet sich nicht von Dackel anderer Farben

Charakterunterschiede kommen von den einzelnen Linien, durch unterschiedliche Aufzucht und Sozialisierung, aber nicht von der Farbe.

 

 

Tigerdackel Welpen


 

Tigerdackelwelpen kaufen 


 


 

Wer sich für Tigerdackelwelpen interessiert, sollte besonders sorgfältig auf die Herkunft achten. Die Merle-Zeichnung entsteht durch ein spezifisches Gen, das bei unkontrollierter Verpaarung erhebliche gesundheitliche Risiken für den Dackelmit sich bringen kann. Entscheidend ist daher, dass ausschließlich ein Merle-Träger mit einem genetisch nicht-Merle-Partner verpaart wird. Eine Doppelmerle-Verpaarung darf in einer verantwortungsvollen Zucht nicht erfolgen.


 

Seriöse Züchter von Tigerdackelwelpen sind in einem dem FCI angeschlossenen Verband organisiert, beispielsweise in Deutschland den DTK. Sie lassen ihre Zuchttiere genetisch testen, und legen alle Untersuchungsergebnisse offen. Dazu gehören unter anderem Gentests zum Merle-Status sowie rassetypische Gesundheitsuntersuchungen.


Ein transparenter Züchter nimmt sich Zeit, beantwortet Fragen nachvollziehbar und zeigt dir Muttertier und Aufzuchtbedingungen. Bei Tigerdackelwelpen ist genetische Klarheit keine Nebensache, sondern Grundlage für gesunde Nachzucht.

Mehr Info zum Thema Welpen und Züchter findest Du auf der Seite

Infoseite Dackelwelpe


 

Weißtigerdackel


 

Weißtigerdackel


 

Ein Weißtigerdackel ist keine offizielle Farbe, sondern bezeichnet in der Regel einen Dackel aus einer Doppelmerle-Verpaarung. Das bedeutet, beide Elterntiere tragen das Merle-Gen und geben es an den Welpen weiter. Durch diese doppelte Genkombination entsteht häufig ein sehr hoher Weißanteil im Fell. Typisch für einen Weißtigerdackel sind großflächige weiße Bereiche, eine rosa oder nur teilweise pigmentierte Nase sowie Pigmentstörungen rund um die Augen. Auch sehr helle oder blaue Augen kommen häufig vor.

 

Die genetische Grundlage eines Weißtigerdackels ist hochproblematisch. Doppelmerle-Dackel weisen ein deutlich erhöhtes Risiko für angeborene Hör- und Sehschäden auf. Taubheit, eingeschränktes Sehvermögen oder strukturelle Veränderungen am Auge treten überdurchschnittlich häufig auf. Aus diesem Grund gelten Doppelmerle-Verpaarungen im Rahmen verantwortungsvoller Zucht als tierschutzrelevant.


 

Was kostet nun ein Weisstigerdackel?

 Teilweise ist der Preis für einen Weisstiger Dackel oft besonders hoch angesetzt wird, obwohl man eunrn Schwerbehinderten Hund bekommt.

Manche Vermehrer vermarkten den Weißtigerdackel als seltene Luxusvariante und verlangen deutlich mehr Geld als für reguläre Tigerdackel. Die besondere Optik wird dabei in den Vordergrund gestellt, während die genetischen Risiken in den Hintergrund treten. Wer sich mit dem Thema Weißtigerdackel beschäftigt, dem sollte klar sein, dass er damit die Qualzucht fördert und die Zucht von schwerkranken Dackeln damit fördert.

Bei Dackel in Not sind öfters mal Weisstigerdackel aus Beschlagnahmungen und natürlich ist es ein gutes, den bedauerlich kranken Dackeln zu helfen. 

 

Wenn auch nur ein Welpe im Wurf Merkmale von blau, Silber oder Doppelmerle aufweist, solltest Du auf keinen Fall von diesen Züchter kaufen, selbst dann nicht, wenn alle anderen Welpen gängige Farben aufweisen. Hier erkennst Du deutlich, dass es sich um einen Züchter handelt, der absolut verantwortungslos handelt und nur auf Profitgier Welpen vermehrt. 

Ist ein Tigerdackel Qualzucht?

Ein Tigerdackel, der  ein Elternteil Tigerdackel ( Merle ) hat und das andere Elternteil genetisch frei von Merle ist, ist keine Qualzucht.

Qualzucht wird es erst, wenn man zwei Tigerdackel miteinander verpaart oder zwei Dackel, die das Merlegen tragen, dann kommt es zu schwerwiegenden körperlichen, neurologischen und geistigen Behinderungen in der Nachzucht. Ein sogenannter Doppelmerle Dackel ist niemals gesund.

Ebenfalls Qualzucht sind alle aufgehellten Dackel, insbesondere Bluemerle, Silvermerle usw. Diese Dackel haben meist schwerwiegende Hauterkrankungen und leiden ihr Leben lang.

Bitte informiere Dich gut über Dackel, bevor Du einen Dackel kaufst. Bei den Dackelbüchern findest Du eine gute Auswahll

Merledackel oder Tigerdackel

Alles über den gefleckten Dackel

Tigerdackel: Merle, Blue Merle, Doppelmerle und die Frage nach der Qualzucht

Der Tigerdackel, auch Merle-Dackel oder gefleckter Dackel genannt, ist eine Farbvariante, die durch ein genetisches Muster entsteht. Viele Fans lieben das unregelmäßige, marmorierte Fell und genau dadurch gewinnt diese Variante Aufmerksamkeit. Gleichzeitig ist kaum eine Dackelfarbe so kontrovers diskutiert, wie der Merle-Dackel. Denn hinter der auffälligen Zeichnung steckt ein Gen, das bei falscher Zucht erhebliche gesundheitliche Schäden verursachen kann. Wer sich für einen Tigerdackel interessiert, sollte deshalb wissen, wie Merle genetisch zu erklären ist, was „Blue Merle“ bedeutet, warum Doppelmerle gefährlich für die Gesundheit des Dackels ist und wie man seriöse Züchter von geldgierigen Vermehrern unterscheidet.

Was ist ein Tigerdackel überhaupt?

Ein Tigerdackel ist ein Dackel mit dem sogenannten Merle-Gen (M-Gen). Dieses Gen sorgt dafür, dass Teile des Fells aufgehellt erscheinen. Dadurch entstehen:

marmorierte Flecken

helle und dunkle Bereiche im Fell

unregelmäßige, teils wolkige Muster

Dieser Effekt kann sowohl bei Kurzhaar-, Rauhaar- als auch Langhaardackeln vorkommen. Farblich zeigen sich unterschiedliche Varianten: klassisches Merle, Blue Merle, Rotmerle usw. Der Name „Tigerdackel“ ist im deutschsprachigen Raum üblich, international spricht man meistens von „Merle Dachshund“.

Was bedeutet Merle eigentlich genetisch?

Das Merle-Gen beeinflusst die Pigmentierung der Haare und teilweise auch der inneren Strukturen wie Augen und Innenohr. Es handelt sich dabei um ein dominantes Gen:

Ein Hund braucht nur ein Merle-Gen, um das Muster zu zeigen.

Hat er zwei Merle-Gene, spricht man von Doppelmerle und hier beginnt das Risiko für die Gesundheit.

Merle + Merle = doppelte Aufhellung + stark erhöhtes Risiko für Defekte.
Daher ist eine Merle x Merle-Zucht verboten.

Blue Merle: was bedeutet die Farbe?

Bei Blue Merle handelt es sich nicht um eine andere Genform, sondern um eine andere Grundfarbe.
Blue Merle entsteht, wenn ein schwarzgrundiger Dackel das Merle-Gen trägt. Dann wirken die aufgehellten Bereiche blau-grau. Blue Merle ist sehr beliebt, aber genetisch identisch mit jeder anderen Merle-Variante – nur die Grundfarbe macht den Unterschied.

Doppelmerle: warum diese Zucht gefährlich ist

Doppelmerle entsteht, wenn zwei Merle-Eltern verpaart werden.
Ein Doppelmerle-Welpe kann:

  • komplett weiß geboren werden
  • teilweise pigmentlos sein
  • massive Augenfehler entwickeln
  • blind oder hochgradig sehbehindert sein
  • taub sein (einseitig oder beidseitig)
  • neurologische Defekte haben
  • Probleme im Gleichgewichtssystem entwickeln
  • Geistig behindert sein

Diese Probleme treten nicht „vielleicht“ auf. Sie sind häufig und gut dokumentiert.

Doppelmerle ist deshalb in Deutschland und den meisten Ländern ein klarer Grund für die Bezeichnung Qualzucht.

Sind Tigerdackel grundsätzlich eine Qualzucht?

Nein, aber sie können es werden.
 

Einfach-Merle (ein Merle-Gen): keine Qualzucht.

Doppelmerle (zwei Merle-Gene): fast immer Qualzucht aufgrund der massiven Defektrisiken.

Damit ist klar:
Nicht der Tigerdackel an sich ist das Problem, sondern eine bestimmte Art der Zucht.

Seriöse Züchter verpaaren niemals Merle x Merle.
Unsichere, unkundige oder rein gewinnorientierte Züchter tun es – und verursachen damit vermeidbares Leid.

Welche Größen gibt es beim Tigerdackel?

Alle Standardgrößen kommen vor:

Standard / Normaldackel

Zwerg

Kaninchen

Jede dieser Größen kann Merle tragen.
Merle hat keinerlei Einfluss auf Körpergröße oder Fellstruktur.

Gesundheit: Sind Tigerdackel anfällig?

Einfach-Merle-Dackel (also Tiere mit nur einem Merle-Gen) sind in der Regel gesund, sofern die Zucht solide ist.

Wichtige Punkte:

1. Augen

Merle kann zu geringfügigen Abweichungen führen, etwa:

Farbunterschiede

leicht veränderte Pupillenform

minimale Pigmentlücken

Das ist nicht automatisch krankhaft.
Problematisch wird es erst bei Doppelmerle.

2. Gehör

Merle beeinflusst die Pigmentzellen im Innenohr.
Einfach-Merle: gelegentlich einseitige Schwerhörigkeit, sehr selten.
Doppelmerle: hohes Risiko für komplette Taubheit.

3. Allgemeingesundheit

Tigerdackel haben dieselben rassetypischen Risiken wie jeder andere Dackel:

  • Bandscheibenproblematik
  • Kniegelenksthemen
  • Herz mit zunehmendem Alter
  • Zahnthemen bei Kleinformen

Die Merle-Farbe ist kein generelles Gesundheitsrisiko, solange die Zuchtlinie sauber geführt wird.

 

FAQ: Die wichtigsten Fragen

 

Sind Tigerdackel eine Qualzucht?

Nur dann, wenn Merle x Merle verpaart wurde (Doppelmerle).
Einfach-Merle selbst ist keine Qualzucht, aber erfordert verantwortungsvolle Zucht.

Was ist ein Tigerdackel?

Ein Dackel mit marmoriertem Fellmuster, verursacht durch das Merle-Gen.

Sind Merle-Dackel gesund?

Einfach-Merle: meist ja.
Doppelmerle: häufig schwer krank (Augen, Ohren, Pigmentdefekte).

Welche Größen gibt es?

Alle: Standard, Zwerg, Kaninchen.

Wie erkennt man unseriöse Zucht?

  • keine Papiere
  • keine genetische Untersuchung
  • keine Informationen über Eltern
  • auffällig viele Welpen in Merle
  • rhetorische Ausflüchte („ist nur ein leichtes Merle“)
  • „White“, „Rare“, „Exotic“ als Verkaufsargument – rote Flaggen

Warum der Tigerdackel so oft missverstanden wird

Viele Käufer denken, Merle sei „besonders selten“, „teurer“ oder „exotisch“.
Das stimmt nicht.

Merle ist nur eine Farbe, nicht ein Qualitätsmerkmal.

Problematisch wird es, wenn Züchter die Neugier der Käufer ausnutzen und Merle-Welpen zu Mondpreisen verkaufen. Genau dadurch entstehen riskante Merle x Merle-Verpaarungen.

Wie man einen seriösen Merle-Dackel Züchter erkennt

1. Genetischer Nachweis

Ein guter Züchter zeigt schwarz auf weiß:

welcher Elternteil Merle trägt

welcher nicht

dass niemals Merle x Merle verpaart wurde

2. Transparenz

Seriöse Züchter beantworten Fragen offen und ohne Ausflüchte.

3. Gesundheitschecks

Augen, Ohren und Pigmentierung werden untersucht.

4. Keine Übertreibung

Ein seriöser Züchter verkauft Merle nicht teurer als andere Farben.
Jede Preissteigerung ist ein Warnsignal.

Warum der Tigerdackel trotz aller Kritik beliebt bleibt

Menschen mögen das Besondere.
Ein Tigerdackel fällt auf, wirkt individuell, fast kunstvoll.
Die Muster sind tatsächlich schön – und jedes Merle-Fell ist einzigartig.

Aber Schönheit darf niemals das Maß für gute Zucht sein.
Deshalb ist Aufklärung so wichtig – genau das machst du jetzt.

Fazit: Tigerdackel ja – aber nur aus wirklich verantwortungsvoller Zucht

Ein Tigerdackel kann ein gesunder, fröhlicher, ganz normaler Dackel sein – mit einem ganz besonderen Fellmuster.
Aber nur, wenn die Zucht sauber geführt wird.

Die Risiken entstehen nicht durch die Farbe selbst, sondern durch Menschen, die ohne Wissen oder aus Profitgier Merle x Merle verpaaren.


 

Genetik der Merle-Zeichnung beim Dackel


 Die Merle-Zeichnung beim Dackel ist eine genetisch klar definierte Fellmusterung. Sie entsteht durch Veränderungen im PMEL-Gen, das an der Ausbildung dunkler Pigmente beteiligt ist. Diese genetische Variante beeinflusst die Verteilung von Eumelanin im Fell und führt zu einer unregelmäßigen Musterung mit aufgehellten Arealen auf dunkler Grundfarbe.


 

Internationale genetische Untersuchungen zeigen, dass Merle nicht einheitlich ausgeprägt ist, sondern in mehreren Varianten vorkommt. Die wissenschaftliche Literatur unterscheidet zwischen klassischem Merle, cryptic Merle und mosaic Merle. Diese Differenzierung ist besonders beim Dackel relevant, da optisches Erscheinungsbild und genetischer Status nicht immer übereinstimmen.


 PMEL-Gen und Merle-Varianten


Eine zentrale Arbeit zur Merle-Genetik beim Dackel wurde 2021 in der Fachzeitschrift Human Genetics veröffentlicht. In dieser Studie wurden zahlreiche Dackel genetisch untersucht und unterschiedliche Längen von SINE-Insertionen im PMEL-Gen identifiziert. Die Länge dieser genetischen Einfügung beeinflusst die sichtbare Ausprägung der Merle-Zeichnung.


 

Bei klassischem Merle zeigt sich eine deutlich erkennbare, fleckige Musterung im Fell.

Cryptic Merle beschreibt Hunde mit sehr schwacher oder kaum sichtbarer Merle-Ausprägung, bei denen das genetische Merkmal dennoch vorhanden ist.

Mosaic Merle bezeichnet Tiere mit unterschiedlichen genetischen Merle-Varianten in verschiedenen Zelllinien, wodurch die Musterung innerhalb eines Individuums variieren kann.

Diese Ergebnisse belegen, dass die visuelle Beurteilung des Fells keine zuverlässige Aussage über den genetischen Merle-Status erlaubt. Die Autoren der Studie empfehlen deshalb den Einsatz genetischer Tests bei züchterischen Entscheidungen.


 

Vererbung


Das Merle-Merkmal wird autosomal semidominant vererbt. Hunde mit einer Merle-Variante (M/m) zeigen in der Regel eine sichtbare Merle-Musterung. Hunde mit zwei Merle-Varianten (M/M) weisen eine deutlich stärkere Pigmentveränderung auf. Diese genetische Konstellation wird als Double Merle bezeichnet.


Veterinärgenetische Untersuchungen beschreiben bei Double-Merle-Hunden eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für sensorische Auffälligkeiten, insbesondere im Bereich von Gehör und Sehvermögen. Diese Zusammenhänge sind in mehreren tiermedizinischen Publikationen dokumentiert und werden unter anderem vom Veterinary Genetics Laboratory der University of California, Davis, erläutert.


 

Augenfarbe und Pigmentierung


 Die Merle-Genetik beeinflusst neben dem Fell auch die Pigmentierung der Augen. Bei Merle-Dackeln kommen braune, bernsteinfarbene und blaue Augen vor. Ebenso können unterschiedlich gefärbte Augen auftreten. Diese Erscheinungen entstehen durch eine veränderte Pigmentverteilung in der Iris und stehen im direkten Zusammenhang mit der Wirkung des PMEL-Gens auf Eumelanin.


 

Internationale Zuchtstandards beschreiben helle oder blaue Augen bei Merle-Dackeln als vorkommend. Die Bewertung solcher Augenfarben variiert je nach Zuchtverband und Standardkommentar.


 

Bedeutung für Zucht und Einordnung


 

Die genetische Forschung zum Merle-Merkmal beim Dackel zeigt eine komplexe Struktur mit variabler Ausprägung. Die Kombination aus sichtbarer Musterung, genetischer Variante und möglicher Weitergabe an Nachkommen macht die Merle-Genetik zu einem eigenständigen Themenfeld innerhalb der Dackelzucht.


Die vorhandenen Studien liefern eine belastbare Grundlage für die Einordnung der Merle-Zeichnung als genetisch klar beschriebene Fellmusterung mit unterschiedlichen Varianten. Sie bilden zugleich die Basis für den heutigen Einsatz genetischer Tests in der Zuchtplanung.


 


 

Quellen (Auswahl)


 


 

  • Ballif et al., Human Genetics (2021): The PMEL gene and merle (dapple) in the dachshund
  • Veterinary Genetics Laboratory, UC Davis: Merle-Genetik beim Hund
  • FCI-Standard Nr. 148: Dachshund
  • Weltunion Teckel (WUT): Kommentar zum Rassestandard


 


 


 

🧬 Merle-Genetik: Was wirklich passiert


 


 

1) Merle wird durch unterschiedliche Allele am M-Locus gesteuert

An einem bestimmten Genort (dem sogenannten M-Locus, auch PMEL-Gen) gibt es verschiedene Varianten (Allele):


 

  • klassisches Merle
  • atypische Merle-Varianten
  • kryptische („hidden“) Merle-Varianten
  • normales Nicht-Merle (m)
    Diese Varianten unterscheiden sich in der Länge eines genetischen Elements und wirken sich unterschiedlich auf die Fellfarbe aus.  


 


 

➡️ Ergebnis: Ein Hund kann trotz eines komplett einfarbigen Fells genetisch Merle haben, wenn er z. B. ein kryptisches Merle-Allel trägt. Dieses zeigt äußerlich kaum oder gar keine typische Musterung, kann aber dennoch weitergegeben werden. 


 


 


 


 

🧬 Wie Merle vererbt wird


 


 

Die Merle-Mutation ist autosomally semi-dominant vererbt. Das bedeutet:


 

  • Ein Allel „M“ plus ein „m“ ergibt einen heterozygoten Merle (klassisch merle sichtbar).
  • Zwei Varianten von Merle oder Merle plus kryptisches Merle ergeben ein homozygotes Merle (Double-Merle).  


 


 

Wichtig: Ein Hund, der äußerlich nicht gemustert aussieht, kann genetisch trotzdem „M“ oder „Mc“ tragen und bei Verpaarung mit einem anderen Merle-Träger Double-Merle-Welpen erzeugen. 


 


 


 


 

🐕 Einfarbige, aber Merle tragende Hunde


 


 

Das ist einer der wirklich spannenden genetischen Effekte:


 

  • Manche Merle-Allele erzeugen nur minimal sichtbare Musterung oder gar keine auffälligen Flecken.
  • Ein Hund mit einem solchen kryptischen Merle kann äußerlich einfarbig erscheinen, ist genetisch aber Merle-Träger.
  • In der Zucht kann dieser Hund Merle-Allele an seine Nachkommen weitergeben und damit unerwartet Merle-gezeichnete Welpen erzeugen, einschließlich Double-Merle-Genotypen, wenn der Partner ebenfalls Merle-trägt.  


 


 


 


 


 

🧬 Warum genetische Tests so wichtig sind


 


 

Genetische Tests erkennen genau, welche Allele ein Hund am Merle-Locus trägt, auch wenn er äußerlich nicht gemustert ist.

Ohne Test kann ein „einfarbig“ wirkender Hund beim Verpaaren mit einem Merle-Träger unbeabsichtigt ein Merle-Allel weitergeben und das Risiko für Double-Merle-Genotypen erhöhen. 


 

Zuchtverbände verlangen daher, bei allen Zuchttieren, bei denen Merle in der Linie vorkommt, einen solchen Test durchzuführen, bevor sie zur Verpaarung eingesetzt werden. 


 


 


 


 

🧠 Weitere Details aus der Genetik


 


 

Ein Merle-Gen kann auch:


 

  • die Augenfarbe beeinflussen, z. B. blau oder unterschiedlich gefärbt sein, weil Merle die Pigmentierung im Auge moduliert.  
  • in bestimmten genetischen Kombinationen anders ausgeprägt werden, z. B. als „minimum merle“ oder „patchwork“, je nachdem, welche Allele vorliegen.  


 

Blaue Augen beim Merle-Dackel: was genetisch dahintersteckt


 

🧬 Grundsätzliches zur Augenfarbe

 

Die Augenfarbe eines Hundes wird durch die Menge und Verteilung von Pigment (Melanin) in der Iris bestimmt. Mehr Pigment ergibt meist braune Augen, weniger Pigment kann zu helleren Farben (z. B. bernstein oder blau) führen

Beim Merle-Gen beeinflusst der gleiche Mechanismus, der die Pigmentverteilung im Fell verändert, auch teilweise die Pigmentierung im Auge. Dadurch sind bei Merle-Hunden häufig blaue Augen oder heterochrome Augen (ein Auge blau, eins braun oder anders gefärbt) zu beobachten. 


 

🎨 Warum Merle zu blauen Augen führen kann

 

Beim Merle-Gen wird die Bildung von dunklem Pigment (Eumelanin) in bestimmten Bereichen reduziert. Da Eumelanin auch im Auge für die braune Farbe verantwortlich ist, kann dieser Pigmentmangel dort zu blauen oder partiell blauen Augen führen. 


 

Bei einem einzigen Merle-Allel (heterozygot, z. B. M/m) ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass blaue oder teilblaue Augen auftreten – je nachdem, wie die Pigmentverteilung im Körper läuft. 


 

Wenn ein Hund zwei Merle-Allele besitzt (Double Merle, z. B. M/M), können pigmentbezogene Effekte noch ausgeprägter sein und auch sichtbare Veränderungen am Auge selbst entstehen – nicht nur in der Irisfarbe, sondern auch strukturell. 

 

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